Borbeck Mit mehreren Maßnahmen soll die in jüngster Zeit wieder unfallträchtige Kreuzung Borbecker Weg/Bremerstraße/Borbecker Landstraße entschärft werden. Das ist das Ergebnis einer Sitzung der Unfallkommission in der vergangenen Woche.

Unfallkommission

Die Kommission, in der Vertreter der Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt/Ammerland, der Ammerländer Polizeidienststellen, der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr sowie der Gemeinden sitzen, wertete bei ihrer Entscheidung auch die Ergebnisse mehrerer Verkehrszählungen und Geschwindigkeitsmessungen der jüngsten Vergangenheit aus, die in Folge dreier Verkehrsunfälle in einem Zeitraum von nur einem Monat im Januar/Februar vorgenommen worden waren. Das erklärten jetzt bei einem Ortstermin in Borbeck Bernhard Stegemann, Sachbearbeiter Verkehr bei der Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt/Ammerland, und Hendrik Lehners, stellvertretender Leiter des Straßenverkehrsamtes beim Landkreis Ammerland.

Dreimal hatte es auf der Kreuzung im Januar/Februar gekracht. Gleich beim ersten Unfall erlag eine Frau aus Portugal später ihren Verletzungen, beim zweiten wurde eine Wiefelstederin verletzt und musste ins Krankenhaus. Der dritte Unfall ging glimpflich ab, bei allen dreien waren die Unfallverursacher auf dem Borbecker Weg Richtung Kreuzung gefahren und hatten die Vorfahrt von Autos auf der Borbecker Landstraße übersehen. Borbecker Weg und Bremerstraße sind Stoppstraßen an dieser Kreuzung.

Schlecht zu erkennen

Bernhard Stegemann machte beim Ortstermin anhand eines Fotos deutlich, dass der Kreuzungsbereich an sich vom Borbecker Weg aus im Vorfeld der Annäherung rein optisch nur schlecht zu erkennen ist – auch wenn dort ein Stoppschild steht und im Vorfeld auf das Stoppschild auch hingewiesen wird. Um das zu ändern, soll an der Kreuzung für Autofahrer, die sich vom Borbecker Weg aus nähern, mit einem weiteren Stoppschild, das im Kreuzungsbereich an einem Kragarm über der Fahrbahn hängt, ein zusätzlicher, optischer Haltepunkt geschaffen werden.

Ein solcher Kragarm ist derzeit beispielsweise an der Kreuzung Borbecker Weg/Metjendorfer Straße in Neusüdende zu sehen – für die Autofahrer, die sich der Kreuzung dort auf der nicht vorfahrtberechtigten Metjendorfer Straße nähern.

Zusätzlich sollen auf dem Borbecker Weg in Fahrtrichtung Kreuzung sogenannte Aufmerksamkeitslinien aus Heißplastik aufgebracht werden. Diese Linien werden auf einer Strecke von etwa 100 Metern in unterschiedlichen Abständen aufgebracht und sind ein wenig erhöht, so dass der Autofahrer sie beim Überfahren auch spürt. Zudem soll unmittelbar an der Kreuzung nochmals der Schriftzug „Stop“ auf die Fahrbahn aufgebracht werden. Schließlich soll auch das Tempo-80-Schild im Vorfeld besser positioniert werden, kündigten Stegemann und Lehners an.

Landkreis ordnet an

Der Landkreis muss für diese Maßnahmen noch die behördliche Anordnung geben, Lehners geht aber davon aus, dass die Änderungen im Mai abgeschlossen werden. Lediglich die Errichtung des Kragarms könnte länger dauern – unter anderem deshalb, weil da noch statische Berechnungen notwendig werden.

Die Geschwindigkeitsmessungen hatten unter anderem ergeben, dass besonders der Arm der Borbecker Landstraße Richtung Wiefelstede in beiden Richtungen deutlich schneller befahren wird als die anderen drei. Gemessen worden war jeweils im Tempo-50-Bereich, erläuterte Lehners. Bis zu 73 Stundenkilometer waren dort gemessen worden. Stegemann und auch der Leiter der Rasteder Polizeistation, Hilmar Diekmann, kündigten an, den Kreuzungsbereich weiter zu beobachten.

Unfallhäufungsstelle

Bereits 2015 hatte die Unfallkommission aufgrund der damaligen Unfallzahlen die Kreuzung nach Auswertung der Unfallsituation durch die Polizei zur „Unfallhäufungsstelle“ erklärt. Eine solche ist dann gegeben, wenn innerhalb eines Jahres mehr als fünf Unfälle des gleichen Typs geschehen.

Als Konsequenz waren damals die Stoppschilder an Borbecker Weg und Bremerstraße günstiger positioniert worden, zudem wird seitdem bereits im Vorfeld der Kreuzung auf die Stoppschilder hingewiesen. Diese Maßnahmen griffen zunächst, hatte bereits im Januar nach dem tödlichen Unfall die Leiterin des Straßenverkehrsamtes, Ingrid Meiners, gegenüber der NWZ erklärt: „2016 sind die Unfallzahlen fast auf Null zurückgegangen.“ 2017 und ’18 jedoch waren die Unfallzahlen wieder gestiegen – und mit dem tödlichen Unfall im Januar sah Ingrid Meiners wieder Handlungsbedarf und kündigte bereits die nun stattgefundenen Verkehrszählungen und eine „vertiefende Unfallanalyse“ der Polizei an.

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