Bad Zwischenahn /Dreibergen Die Dauersonne im Sommer sollte einem Bootsverleiher eigentlich auch ein Dauergrinsen ins Gesicht treiben. Und Gerd Renken grinst auch, als er sagt: „Vielleicht biete ich demnächst Wattwanderungen an.“ Beim Blick auf seinen Anleger in Dreibergen mischen sich inzwischen aber doch deutliche Sorgenfalten in die Mimik. Da, wo sonst Ruderboote am Steg liegen, ist nämlich nur noch Matsch zu sehen. Die ersten beiden Reihen der Quer-Stege liegen ebenfalls trocken. Und die Elektro-Boote weiter hinten liegen auch schon auf Grund.

„Dieser Sommer war wirklich besonders“, sagt er. „Wir hatten schon mal mehrere trockene Monate, aber dann hat sich das später ausgeglichen. Jetzt ist ja überhaupt keine Änderung in Sicht.“ Sorgen macht Renken im Moment das Saisonende. Wenn bis dahin der Pegel nicht steigt, bekommt er die Segelboote in Dreibergen nicht aus dem Wasser.

Kein Wunder, die Pegelanzeige im Kurpark in Bad Zwischenahn liegt mittlerweile stabil unter fünf Metern, bei 4,96 oder 4,97 Metern. Im April waren es noch 5,40 Meter gewesen, im Juni unterschritt der Pegel die Grenze von 5,20 Metern, im Juli lag er immerhin noch bei 5,07 Metern. Die Ammerländer Wasseracht, die über den Pegelstand wacht, kann wenig tun. Zwar läuft über das Aue-Wehr kaum Wasser ab, aber die Zuläufe konnten schon im Juli die Verluste durch Verdunstung nicht ausgleichen.

Angesichts der Pegelstände wundert es viele Zwischenahner, dass die Schiffe der Weissen Flotte noch fahren. Schließlich wird der Mindestpegel von 5,20 Metern damit begründet, dass die Schifffahrt weiter funktionieren muss. Allerdings fällt auf, dass die Schiffe im Bereich der Anleger sehr vorsichtig manövrieren. Außerdem hatte das Unternehmen die Bereiche um die Anleger vor kurzem vertiefen dürfen. „Durch diese Maßnahme kommen die Schiffe weit genug raus, um im tieferen Wasser wenden zu können“, sagt Anja Lid, Chefin der Reederei Ekkenga. „Wenn wir die Fahrrinne nicht einhalten, wird es rechts und links aber knapp.“ Besonders mit der MS Oldenburg müsse sehr behutsam manövriert werden. Die Schiffe bleiben zwar nicht gleich stecken, wenn sie mal den Grund berühren. „Aber das tut weder dem Bug noch den Maschinen gut“, so Lid. Wie Renken hofft auch sie, dass es doch bald ergiebig regnet.

Christian Quapp
Redakteur
Redaktion Bad Zwischenahn

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Ammerländer Wasseracht | Weiße Flotte

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