Augustfehn Ii /Westerstede Wie konnte das bloß passieren? Wie konnte man so getäuscht und ausgetrickst werden? Das fragen sich Betroffene, die Betrügern auf dem Leim gegangenen sind, deren Angehörige und Bekannte oft nach Straftaten. Am Dienstag war ein 71-Jähriger aus Augustfehn II mit dem Enkeltrick dazu bewogen worden, einer angeblichen Verwandten einen fünfstelligen Geldbetrag zukommen zu lassen.

„Diese Täter, die so agieren, sind Profis, geschulte und redegewandte Schauspieler, die täuschen, lügen und tricksen, um ans Geld oder an Wertgegenstände ihrer Opfer zu kommen. Das ist organisierte Kriminalität“, sagt Michael Schröder, Präventionsexperte bei der Polizei in Westerstede. Allein handelten die Täter nicht, sondern immer in Teams. Die Anrufe erfolgten oft aus dem Ausland (was der Angerufene gar nicht sehen müsse), nahe der Wohnung des Opfers stehe meistens jemand Schmiere, um z.B. vor der Polizei zu warnen, der dann nicht einmal den Geldabholer kenne. Wenn sich Täter nicht als Verwandte ausgeben und eine persönliche Beziehung vortäuschen würden (Rate mal, wer hier ist? hieße oft die Eingangsfrage), behaupteten sie, sie seien Polizeibeamte, von den Stadtwerken oder Rechtsanwälte, weil angeblich ein Angehöriger verunglückt sei.

Leichte Opfer für solche Täter würden oft Menschen, die vereinsamt seien oder Erinnerungslücken hätten, aber auch durchaus fitte Senioren, die im Nachhinein berichteten, ein Brett vor dem Kopf gehabt zu haben und überrumpelt worden zu sein.

Seine Tipps, um nicht Opfer von Betrügern zu werden:  Seien Sie misstrauisch. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, wenn jemand um Hilfe bittet, Geld oder Wertsachen möchte. Tauschen Sie sich immer mit Angehörigen oder Vertrauten aus, auch wenn die Anrufer das nicht möchten.
 Die Polizei würde Sie am Telefon nie über Ihre Vermögensverhältnisse befragen und Sie auffordern, Geld oder Wertsachen auszuhändigen.
Telefonnummern können leicht manipuliert werden. Deshalb sich nicht verbinden lassen, sondern sich immer die Nummer geben lassen und angeben, selbst zurückrufen zu wollen. Nur selbst sollte man die Nummer der Polizei heraussuchen und den Vorfall melden.
 Lassen Sie Vornamen und Anschriften aus Telefonbüchern (auch online) streichen.Melden Sie sich bei Verdachtsmomenten stets bei der Polizei, wenn versucht wurde, Sie zu betrügen oder auch, wenn Sie betrogen worden sind. Seien Sie aufmerksam und skeptisch und achten sie auf Ihre (älteren) Nachbarn.

Michael Schröder, der Vorträge hält und vielfältig vor Straftaten warnt, ist unter Telefon   0 44 88/833-124 oder 015 20/93 99 263 erreichbar.

Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
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