Ammerland Den Koffer hat er noch nicht gepackt, aber ganz sicher wird er Lebensmittel und ein Zelt mitnehmen: In der nächsten Woche fliegt Dr. Andreas Settje ins Erdbebengebiet von Nepal. Der Chirurg, der sowohl in Westerstede als auch in Oldenburg arbeitet, pflegt seit vielen Jahren enge Kontakte zu Menschen in dieser Region. Über den 2010 von ihm gegründeten Verein „Man Maya Med“ ist ein medizinisches Netzwerk aufgebaut und die Ausbildung von Ärzten und Krankenschwestern vorangetrieben worden (NWZ  berichtete).

Mit Schrecken hat der Bad Zwischenahner jetzt die Bilder von zerstörten Dörfern im Fernsehen gesehen. „Wasser und Strom sind ausgefallen, die Infrastruktur ist zusammengebrochen. Aber da Telefon und Internet größtenteils funktionieren, sind Kontakte möglich“, berichtet er. So habe er sich sofort informieren können. „Unseren Mitarbeitern und den von uns betreuten Patienten ist nichts passiert, trotzdem gibt es natürlich viele Verletzte. Die Krankenhäuser sind hoffnungslos überfüllt. Viele haben schwere Quetschverletzungen und Brüche. Sie werden notdürftig versorgt“, berichtet er. Es sei aber damit zu rechnen, dass sich Wunden nach einer Zeit infizieren oder dass nachoperiert werden müsse.

Wie er erfahren hat, haben viele Menschen große Angst vor den Nachbeben und kehren daher auch nicht in ihre Häuser und Wohnungen zurück. Sie leben auf der Straße, sauberes Wasser und Lebensmittel werden knapp. „Es sind alle geschockt. In Nepal gibt es immer mal wieder Erdbeben, aber so ein starkes kommt vielleicht alle 80 Jahre vor.“

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Wie Settje weiß, drängt die Zeit. In wenigen Wochen beginnt die Regenzeit und mit ihr wird noch so manches kaputte Haus oder mancher abgängige Pfad weggespült. Betroffen seien auch unzugängliche Regionen. „Dorthin ist man schon unter normalen Umständen tagelang zu Fuß unterwegs“, weiß er von etlichen OP-Camps in den Bergen, die er mit seinem nepalesischen Helfern organisiert hat.

Bei seinem Aufenthalt im Mai will er daher wieder praktische Hilfe leisten und operieren. „Man muss vor Ort sehen, was dringend gebraucht wird, beispielsweise ein Generator oder Nahtmaterial. Es hat aber wenig Sinn, Sachspenden von hier dorthin zu transportieren. Der Aufwand ist zu groß, und zurzeit fehlen ja ohnehin die Transportwege. Wer helfen will, sollte Geld an Hilfsorganisationen spenden“, rät er.

Über seine Pläne berichtet er voraussichtlich an diesem Mittwoch in Stern-TV. Der Sender RTL hatte seine ehrenamtliche Arbeit über Jahre hinweg begleitet.


     www.manmayamed.de 

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Kerstin Schumann Redakteurin / Redaktion Westerstede
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