Wiefelstede „Überall, wo Menschen miteinander leben, lernen oder arbeiten, gibt es Konflikte. Das ist auch ganz normal. Im Internet wird es allerdings schlimmer, weil...“ Weiter kommt Ralf Willius nicht, denn die Erklärung liefern ihm die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7d der Oberschule Wiefelstede bereits. „Weil es anonymer ist.“

Anhand von Impulskarten mit Stichworten zum Thema „Sicherer Umgang mit Medien und sozialen Netzwerken“ arbeitet der Sozialarbeiter vom Verein „smiley“ aus Hannover an zwei Tagen in Workshops mit Schülern der Jahrgänge 6 und 7. Unterstützt wird das Projekt vom Lions Club Rastede/Wiefelstede, von der Gerhard-Rohde-Stiftung Rastede sowie vom Förderverein der Schule. „smiley“ hat es sich auf die Fahne geschrieben, mit Jugendlichen an Schulen in Bremen und Niedersachsen zu arbeiten. Dabei kommen auch Themen wie „Cyber-mobbing“, gute und schlechter Passwörter, Computerspiele oder das „Recht am Bild“ zur Sprache.

„Dabei stellen wir immer wieder fest, dass die Jugendlichen schon wissen, was gut oder schlecht ist“ so Willius. „Unterstützung können wir leisten, wenn es etwa um das Wissen um Konsequenzen bei Missbrauch geht, z.B. bei der Weiterleitung oder Veröffentlichung von Fotos oder Informationen. Viele wissen nicht, dass allein das Weitergeben von vertraulichen Informationen strafrechtlich verfolgt werden kann.“ Die Jugendlichen wissen auch, dass sie selbst dazu beitragen können, ihre Privatsphäre zu schützen, z.B. indem man den Ghost-Modus anmacht. „Ich will ja nicht, dass jeder weiß, wo ich mich aufhalte!“, sagt Jaron.

„Das Präventionsprojekt mit „smiley“ kommt uns gerade Recht“, sagt Elke Rosenbohm, Klassenlehrerin der 7d und Koordinatorin für Medienerziehung und Digitale Bildung an der Oberschule Wiefelstede. „Wir modifizieren gerade unser Medienkonzept und hier fließen nicht nur Aspekte der Ausstattung mit EDV-Anlagen, sondern natürlich auch erzieherische Ideen und Notwendigkeiten für den Umgang mit Medien und in den sozialen Netzwerken in unsere Überlegungen ein.“ Der Pädagoge und Sozialarbeiter kommt dabei ohne den erhobenen Zeigefinger mit den Schülern ins Gespräch. Diese erzählen von ihren Erfahrungen mit Spielen, sozialen Netzwerken und auch mit Konflikten, die daraus entstehen können. Vielen ist es schon passiert, dass Fotos von ihnen in sozialen Netzwerken veröffentlicht worden sind, ohne dass die Jugendlichen damit einverstanden waren.

„Wir beraten die Schüler sowie die Eltern in derartigen Fällen auch durchaus, zur Polizei zu gehen und das so genannte Recht am Bild und gegebenenfalls Verletzungen der Privatsphäre einzuklagen“, erläutert Schulleiterin Jutta Klages. „Wenn dann Konflikte in die Schule hineinwirken, werden wir auch selbst tätig; es gibt rechtliche Vorschriften, wonach die Schulen in Niedersachsen bei Verdacht auf Straftaten entsprechende Fälle der Polizei melden müssen. Das haben wir in der Vergangenheit auch schon gemacht. Die entsprechende Abteilung der Polizei, z.B. das Cybercrime-Team in Oldenburg, ermittelt dann. Die Schüler wenden sich aber in erster Linie an ihre Lehrerinnen und Lehrer sowie an unser Beratungsteam oder an das Mobbing-Interventionsteam der Schule.“

„Beleidigen geht gar nicht“ – da sind sich alle Schüler der 7d einig. Und „manche haben eine große Klappe – aber eben nur im Internet, weil sie da nicht erkannt werden“. Willius: „Wir brauchen Leute, die sich einmischen und versuchen, den Streit zu klären, aber das funktioniert eben nicht auf WhatsApp, Instagram oder Facebook.“

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