Wiefelstede /Ammerland Damit typische Probleme Jugendlicher im schulischen Umfeld etwa durch eine Schulverweigerung nicht zu Lasten des Bildungserfolgs gehen, wird auch im Ammerland seit 2015 versucht, durch das Bundesprogramm „Jugend stärken im Quartier“ gegenzusteuern. Die Kreisvolkshochschule Ammerland (kvhs) kooperiert dabei unter dem Namen „Jugend stärken im Ammerland“ im Auftrag des Landkreises eng mit den Schulen, aber auch mit der außerschulischen Jugendhilfe – und setzt eigene Sozialarbeiter ein, die den Kontakt zu den Jugendlichen im Alter von 12 bis 26 Jahren im Rahmen „aufsuchender Jugendarbeit“ herstellen.

Auf einer weiteren Ebene wird Jugendlichen über so genannte „Mikroprojekte“, die unter dem Oberbegriff „Coolschool“ firmieren, die Möglichkeit eröffnet, sich auszuprobieren, Freunde zu finden und gemeinsam etwas zu erleben, machen kvhs-Projektkoordinator Dirk Weißer und kvhs-Geschäftsführer Winfried Krüger deutlich, dass dabei die Stärkung des sozialen Miteinanders auch an der Schule im Vordergrund steht. Beide waren in dieser Woche zu Gast in der Oberschule Wiefelstede, an der die kvhs Schülerinnen und Schülern der Klassen 5 und 7 seit Anfang Februar das Mikroprojekt „BMX-AG“ anbietet. Immer dienstags von 13.30 bis 15 Uhr treffen sich dabei derzeit 12 Jugendliche auf dem Schulhof und haben unter Anleitung ihres Trainers Christian Hermann viel Spaß am Fahren mit BMX-Rädern. Mit Unterstützung der Firmen Zweirad Stückemann aus Rastede und „Sport Import“ aus Edewecht konnte die kvhs 10 BMX-Räder und die entsprechende Sicherheitsausrüstung für dieses Mikroprojekt anschaffen. „Wir sind bei diesen Projekten auf Partner angewiesen, ohne sie geht es nicht“, betont kvhs-Geschäftsführer Krüger.

Bis Anfang 2020 soll die BMX-AG erst einmal laufen und Schulleiterin Jutta Klages ist froh über dieses Projekt und die Tatsache, dass „Jugend stärken im Ammerland“ eben jene Hilfsangebote verzahnt, deren Existenz Jugendlichen in der Regel gar nicht bekannt ist. Stärkung und Ausbau entsprechender Netzwerke im Ammerland, die junge Menschen dabei unterstützen, Schule beziehungsweise Ausbildung erfolgreich abzuschließen, ist denn auch Ziel des Projekts. Auch bei der BMX-AG ist eine sozialpädagogische Betreuung der Jugendlichen hinterlegt, ein solches Angebot gehe über ein reines Sportangebot hinaus, betont auch Dirk Weißer.

Bis Ende 2018 flossen in einer ersten Förderperiode 600 000 Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds in den Landkreis, dieser und die Kreisvolkshochschule Ammerland steuerten über Personalkosten noch einmal dieselbe Summe fürs Projekt „Jugend stärken im Quartier“ bei. Seit Jahresbeginn läuft nun eine zweite Förderperiode bis Mitte 2022 mit Mitteln in der gleichen Höhe. Finanziert wird das Projekt wieder vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSJ) und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds ESF. Sechs Mikroprojekte sind Anfang Februar im Ammerland gestartet. Neben der BMX-AG in Wiefelstede laufen drei Theaterprojekte an der BBS Ammerland und der Schule am Voßbarg in Rastede, und zwei Graffiti-Projekte an den Oberschulen Bad Zwischenahn und Edewecht.

Martina Boragno, didaktische Leiterin der Oberschule Wiefelstede, sieht bezüglich der „BMX-AG“ bereits viel Begeisterung bei den Jugendlichen – lange nicht alle Interessierten konnten dort untergebracht werden, sagt sie.

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