Westerstede Fast drei Jahre war der Kinderschutzbund Ammerland ohne Geschäftsführung. In dieser Zeit lag es an dem Vorstand um Friederike Meiwald, 1. Vorsitzende, und Peter Schulz, 2. Vorsitzender, sowie der kommissarischen Geschäftsführerin Swantje Fisser-Beilfuß, den Bund zu leiten. Grund war eine längere Erkrankung der bisherigen Geschäftsführerin. „Ich habe es übergangsmäßig gemacht“, sagt Fisser-Beilfuß. „Da war sozusagen ein Loch, das habe ich gestopft, bis wir sie gefunden haben“. Mit „sie“ ist Morena Stillke-Boguslawiski gemeint, die sich seit dem ersten Oktober vergangenen Jahres als Geschäftsführerin um den Kinderschutzbund Ammerland kümmert.

Unendliche Erfahrung

Die 37-Jährige hat Sozialpädagogik studiert und ist Fachwirtin für Gesundheit und Soziales. Zudem hat sie bereits in mehreren Bereichen Erfahrungen sammeln können. Unter anderem war sie im Jugendhilfe- sowie Mutter-Kind-Bereich in der Bereichsleitung tätig. Für einen gemeinnützigen Verein, wie dem Kinderschutzbund Ammerland hat sie bisher jedoch noch nicht gearbeitet. „Ich habe lange nach so einer Stelle gesucht“, sagt Stillke-Boguslawiski. „Für mich war der soziale Bereich schon immer eine Perspektive.“

Kurz und Knapp

Der Kinderschutzbund Ammerland engagiert sich im Bereich der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe.

Der Verein bietet Beratung, Begleitung und Förderung für Kinder, Jugendliche, Eltern, Großeltern, Angehörige und Fachkräfte an.

Mehr Informationen unter kinderschutzbund-ammerland.de, Telefon  04488/523400 oder Email info@kinderschutzbund-ammerland.de.

Neben der „unendlichen Erfahrung“, wie es Meiwald sagt, bringe die Sozialpädagogin vor allem eines mit: „Wir hatten den Eindruck, dass wir mit ihr jemanden gefunden haben, die Visionen und neue Ideen hat sowie bereit ist, sich dafür auch massiv einzusetzen“, sagt Meiwald. Dazu bedeute Stillke-Boguslawiski die Arbeit beim Kinderschutzbund mehr, als nur ein Job. Sie träge auch den Kinderschutzgedanken mit.

Seit Stillke-Boguslawiski die Führung übernommen hat, galt es erst einmal einiges aufzuarbeiten. „Der Vorstand hat sich sehr engagiert, aber es ist natürlich einiges einfach liegen geblieben“, so Stillke-Boguslawiski. Zudem wolle sie einen vernünftigen Datenschutz auf die Beine stellen. Im Mittelpunkt stehe jedoch, das Spendenaufkommen konstant zu halten, beziehungsweise zu intensivieren und den Werbeauftritt zu modernisieren. Ebenfalls ist die Geschäftsführerin offen für neue Angeboten und Projekte.

Ein breites Angebot

Der Kinderschutzbund Ammerland verfolgt das Ziel, Familien zu stärken und wieder auf die Beine zu stellen. „Wir betreuen Familien, die nicht so gut dastehen, von Armut oder Arbeitslosigkeit betroffen sind, oder Erziehungsschwierigkeiten haben“, sagt Meiwald. Dabei würde das Einkommen der Familien allerdings keine Rolle spielen: „Jeder kann zu uns kommen“ betont Stillke-Boguslawiski.

Neben geschlossenen Angeboten, wie der sozialpädagogischen Tagesgruppe und Familienhilfe, die in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt durchgeführt und von Eltern beantragt werden müssen, gibt es viele offene Angebote, die sich an alle richten wie das Café Kinderwa(a)gen, das Café Bobbycar und das Familiencafé. „Hier können Eltern mit ihren Kindern kommen und sich austauschen“, sagt Stillke-Boguslawiski. Dabei würden eine Hebamme und eine Sozialpädagogin für Fragen zur Verfügung stehen. Zudem gebe es Elternkurse, bei denen Sozialpädagogen helfen, die Erziehungskompetenz zu verbessern. „Damit Eltern nicht mehr so oft schimpfen“, sagt Meiwald.

Ein besonderes Angebot sind die Kleinen Forscher: „Eine pädagogische Mitarbeiterin experimentiert mit einfachen Mitteln, wobei Kinder einen Aha-Effekt haben“, so Meiwald. Dies sei eine Maßnahme, um Kinder frühzeitig mit Naturwissenschaften vertraut zu machen. Im Weiteren trifft sich im Kinderhaus des Vereins eine Selbsthilfegruppe für Familien mit Kindern, die Down-Syndrom haben.

Für Fachkräfte wie Lehrer, Junggruppenleiter, Trainingsleiter und Kindergärtnerinnen bietet sich der Verein wiederum als Berater an. „Wenn ein Kind auffällt oder sich einem anvertraut und die Fachkraft nicht weiß, wie sie vorgehen soll, sind wir die Ansprechpartner“, so Meiwald.

Lobby für Kinder

Ebenfalls versteht sich der Verein als Lobby für Kinder. Diese Aufgabe solle weiter in den Fokus rücken: „Wir wollen mehr auf die Bedeutung der Kinderrechte hinweisen“, sagt Meiwald. Dazu gehöre unter anderem, darauf hinzuweisen, was die Städteplanung, Entscheidungen in der Schulpolitik sowie die Gestaltung von Spielplätzen mit Kinderrecht zu tun hat.

Viele würden nicht wissen, dass im Ammerland 14,5 Prozent der Kinder von Armut betroffen sind. Zudem gäbe es viele Kinder, die aufgrund von Trennungs- und Scheidungssituationen Unterstützung bräuchten, im Bildungssystem durch das Raster fallen sowie keinen Kinderbetreuungsplatz finden würden. „Wir wollen die Lage aller Kinder im Ammerland verbessern“, sagt Meiwald.

Soeke Heykes Volontär, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.