Westerstede Mit einem Kescher bewaffnet steigt Marten in den Bach, der hinter der Schule verläuft. Dabei trägt der 14-jährige Schüler einen Angleranzug, um trocken zu bleiben. Das nächste Experiment steht an: Die Fließgeschwindigkeit des Wassers soll bestimmt werden.

Die Robert-Dannemann-Schule in Westerstede hat den Unterricht für die Siebtklässer am Donnerstag nach Draußen verlegt. Für den Gewässertag wurden die Schüler mit Maßband, Keschern und Messbechern ausgestattet, um Versuche in der Norder- und Süderbäke durchzuführen. Dafür waren sie an verschiedenen Stellen in der Stadt unterwegs – beim Finanzamt, Jugendzentrum, der Baumschule Böhlje zum Beispiel, oder eben auch hinter der Robert-Dannemann-Schule selbst.

Wie schnell fließt hier das Wasser, war eine Frage. „Dafür rollen wir am Ufer des Bachs ein Maßband aus und werfen am Anfang des Maßbands ein Ü-Ei ins Wasser. Am Ende fischen wir es mit dem Kescher wieder heraus“, erklärte Marten die Berechnung für die Fließgeschwindigkeit. Sechs Experimente standen insgesamt auf dem Plan. Unter anderem wurde auch der Sauerstoff- und der Düngegehalt im Wasser gemessen, genauso wurden im Bach lebende Kleinsttiere und Uferpflanzen bestimmt.

„Die Schüler können an diesem Projekttag ganzheitlich erleben, wie wissenschaftlich gearbeitet wird“, sagte Chemielehrerin Anne Wolf. Darüber hinaus lernten die Schüler, wie ihre Lebensumwelt zusammenhängt und wie die naturwissenschaftlichen Fächer ineinandergreifen: Biologie, Chemie, Physik und Erdkunde wurden für die Forschung am Gewässertag gebraucht. Als Angler wusste Lukas (14) zwar schon einiges, aber er hat auch viel gelernt: „Neu waren für mich die Pflanzen und Tierchen, die am und im Wasser sind. Und auch, wie unterschiedliche Messungen gemacht werden.“ Zudem fand der Schüler gut, aus dem Klassenzimmer herauszukommen und Experimente durchzuführen.

Die letzte Untersuchung, dann ist Schulschluss: Die Klasse steckt die Köpfe zusammen, um Kleinstlebewesen in einem Reagenzglas zu benennen. Dafür vergleichen sie sie mit Abbildungen auf Arbeitsblättern. Ein Mädchen findet eine Wasserassel. Wozu diese Analyse gut sein kann, erklärt die Lehrerin: „Anhand der Tierchen, die im Wasser leben, lässt sich sagen, wie gut die Qualität das Wassers ist. So wird die sogenannte Gewässergüte bestimmt.“ Eine Wasserassel sei auch in weniger gutem Wasser zufrieden. Die Analysen werden notiert und nach den Sommerferien von den Schülern ausgewertet und in der Schule präsentiert.

Nina Janssen Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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