Westerstede /Ammerland Ein Antrag pro Kind und Jahr – nein, so einfach ist es für Familien nicht, eine staatliche Förderung übers Bildungs- und Teilhabepaket zu erhalten. „Gelegentlich sind es fünf bis sechs Anträge pro Kind“, weiß Sven Wilkens, beim Landkreis Ammerland für den Bereich Bildungs- und Teilhabepaket zuständig. Der Aufwand für die Familien sei groß, bedauert er. Vielleicht werde es im Zuge des neuen Starke-Familien-Gesetzes leichter, doch das müsse abgewartet werden.

Sicher ist: Die Nachfrage nach Zuschüssen für Klassenfahrten, Lernförderung, Schulausflüge, Mittagessen in Schule oder Kita, aber auch einfach eine Mitgliedschaft im Sportverein oder ein Zuschuss für den Musikunterricht steigt. So wurden im vergangenen Jahr insgesamt 2258 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Ammerland finanziell unterstützt, für sie stellten ihre Eltern rund 12.500 Anträge. Besonders die Zuschüsse für Lernförderung stiegen: 559 Schüler nahmen die Hilfe in Anspruch, wie die Landkreis-Pressestelle mitteilte.

Zwei Millionen Euro

Das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) fördert und unterstützt gezielt Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die Arbeitslosengeld 2, Sozialgeld oder Sozialhilfe erhalten oder deren Eltern Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen. Gleiches gilt für Leistungsberechtigte nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Für die Bearbeitung der Anträge ist das Jobcenter zuständig, insgesamt zwei Millionen Euro wurden 2018 für BuT im Ammerland bewilligt.

Für Günter Siebels, Geschäftsführer des Jobcenters Ammerland, ist klar: „BuT lohnt sich!“ Sven Wilkens betont: „Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, dass jeder junge Mensch, der Förderung für die Erreichung des Klassenziels oder Unterstützung auf dem Weg zur geeigneten Schulform braucht, diese Hilfe auch bekommt.“ Durch eine gute Schulausbildung würden schließlich auch die Fachkräfte von morgen gefördert, womit dem enormen Fachkräftebedarf begegnen werden könne. Siebels und Wilkens sind froh, in Sachen BuT auch auf die Nachhilfeinstitute, Kitas und Schulen setzen zu können. Die Zusammenarbeit funktioniere gut, dadurch sei der große Erfolg des Bildungs- und Teilhabepakets im Ammerland erst möglich.

Sechs Monate

Das Bildungs- und Teilhabepaket gibt es seit 2011. Die Leistungen pro Antrag werden meist für sechs Monate gewährt, dann muss die Leistung erneut erbeten werden. Seit dem Start von BuT stieg die Nachfrage fast kontinuierlich – vom Startjahr mit 5908 Anträgen zu 8550 Anträge 2012. Im Jahr 2013 waren es 9035 und 9186 in 2014. „Ein weiterer großer Sprung war von 2015 auf 2016 mit der Flüchtlingswelle“, so Wilkens, denn auch Flüchtlingskinder hätten Anspruch auf BuT. So stieg die Zahl der Anträge in 2015 auf 10.339, 2016 waren es 12.547, 2017 dann 13 067 und im vergangenen Jahr sank die Zahl auf rund 12.500.


     www.ammerland.de/bildung_teilhabe 
Anuschka Kramer Redakteurin / Redaktion Westerstede
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