Friedrichsfehn „Das Schaf gibt Wolle“, „Der Vogel baut ein Nest“ – eifrig tippt die 15-jährige Maya aus dem Libanon auf ihrem Tablet die Buchstaben ein. „Schreiben gelernt habe ich auf Arabisch“, erzählt die Schülerin. Seit fast einem Jahr ist sie jetzt in Deutschland und besucht die Grund-und Oberschule (GOBS) Friedrichsfehn. Hier läuft seit kurzem das Pilotprojekt des Niedersächsischen Kultusministeriums „Digital Deutsch lernen“.

Insgesamt 40 Tablets (20 iPads und 20 Android Tablets), je zehn in einem transportablen Koffer, stehen für die Ausleihe in der Kreisbildstelle des Landkreises Ammerland bereit. Damit haben Lehrerinnen und Lehrer im Ammerland, die Deutsch als Zweitsprache vermitteln, ab sofort die Möglichkeit, kostenlos digitale Hilfsmittel und Lernwerkzeuge für ihren Unterricht zu nutzen.

Martin Bühler, pädagogischer Leiter der Kreisbildstelle und „Herr über die Koffer“, erklärt: „Momentan werden die Tablets an vier Schulen im Landkreis eingesetzt – am Gymnasium Zwischenahn-Edewecht, an der Grundschule Rostrup, an der GOBS Frierichsfehn und demnächst auch an der Grundschule am Wiesengrund in Zwischenahn.“ Jede Schule, die Interesse hat, könne sich bewerben.

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„Wir freuen uns, dass wir die Tablets im Unterricht einsetzen können“, sagt Holger Jäckel, Rektor der r GOBS Friedrichsfehn. „Derzeit nutzen elf Kinder die iPads“, weiß der Schulleiter.

„Da in vielen Flüchtlingsfamilien Smartphones vorhanden sind, lernen die Kinder mit einer App auch oft zu Hause. Diese digitalen Medien ergänzen unsere bisherigen Sprachförderungsmaßnahmen optimal“, sagt Holger Jäckel.

Einfache Erklärvideos, in denen etwa öffentliche Verkehrsmittel erläutert werden, helfen den Kindern und Jugendlichen, sich leichter im deutschen Alltag zurechtzufinden. Das Land Niedersachsen investiert 350 000 Euro landesweit in das Pilotprojekt.

„Es ist zu erwarten, dass mehr als vier Schulen im jeweiligen Landkreis einen Tablet-Koffer ausleihen möchten“, sagt Martin Bühler von der Kreisbildstelle. Daher sei der Ausleihzeitraum auf etwa drei Monate begrenzt. Dies könne aber, je nach Bedarf und Erfahrung, flexibel gehandhabt werden. Bis die Schülerinnen und Schüler ihre Tablets wieder abgeben müssen, üben sie fleißig weiter.

Julia Zube Volontärin / NWZ-Redaktion
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