EDEWECHT Erst- und Zweitklässler lernen in einer gemeinsamen Klasse. Die Lehrerinnen sind vom neuen System überzeugt.

von christian Quapp EDEWECHT - In einer Grundschule gibt es die erste, zweite, dritte und vierte Klasse – das weiß jedes (Schul-) Kind. An der Grundschule Edewecht ist das für einige Kinder seit Beginn dieses Schuljahres ganz anders. In der so genannten „Eingangsstufe“ lernen Kinder der ersten beiden Klassen gemeinsam. Dabei können sie den Stoff ganz ihrem eigenen Tempo entsprechend bearbeiten. Die meisten Mädchen und Jungen schaffen das in den üblichen zwei Jahren, die schnelleren auch in einem Jahr, und wer mehr Zeit benötigt, kann drei Jahre lang lernen. Für alle Kinder der Edewechter „Eingangsstufe“ hat das neue System einen entscheidenden Vorteil:

Den Makel, sitzen geblieben zu sein, gibt’s hier nicht. „Benötigt ein Kind drei Jahre für den Lernstoff von zwei Jahren, muss es sich nicht an eine komplett neue Klasse gewöhnen: Einige Mitschüler kennt das Kind ja aus der Eingangsstufe bereits“, erklärt Schulleiter Egbert Kosmis.

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Und auch wer innerhalb der Eingangsstufe so schnell voran kommt, das er schon nach einem Jahr in die dritte Klasse wechseln kann, hat es dort viel leichter, denn auch er kennt bereits die Klasenkameraden.

Ein weiterer Vorteil: Ältere Schüler können den jüngeren in vielen Fällen helfen. Das gilt sowohl für den Stoff als auch für allgemeine Verhaltensweisen. „Die jüngeren schauen sich ungeheuer viel von den Großen ab,“ meint Katrin Frenzel, eine der vier Lehrerinnen einer altersgemischten Klasse. „Die älteren Schüler lernen dabei selbst auch, denn was sie erklären können, haben sie auch verstanden. Allerdings müssen wir bei einigen Schülern darauf achten, dass sie nicht den eigenen Stoff vernachlässigen, weil sie immer helfen wollen.“ Wie ihre Kolleginnen Almke Stapelfeldt, Insa Brockmann und Heike Horstmeyer ist Frenzel überzeugt von der neuen Methode.

„Es gibt immer noch Möglichkeiten, etwas zu verbessern, aber gegenüber den alten Jahrgangsstufen ist das System ein Fortschritt“, betont Heike Horstmeyer. „Obwohl das Ganze mehr Arbeit für die Lehrer bedeutet.“ Denn die müssen jetzt, so Schulleiter Kosmis, den Lernprozess für jedes einzelne Kind organisieren.

Jede Grundschule kann seit dem Schuljahr 2003/2004 die Eingangsstufe anbieten, in Edewecht hat man sich entschlossen, zweigleisig zu fahren. „Wir haben im Moment drei reine erste Klassen und vier altersgemischte Klassen“, so Kosmis. Nach Möglichkeit wird den Eltern die Wahl gelassen, nach welchem System das Kind unterrichtet werden soll. Auch die Eltern sind größtenteils zufrieden mit dem System. „Vorbehalte gab es“, erzählt Kosmis, „aber wir können ja die Alternative anbieten, und viele Eltern entscheiden sich beim zweiten Kind für die altersgemischte Klasse.“

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