Apen /Augustfehn Sommerzeit – Badezeit. Kinder lieben das Wasser. Doch das kühle Nass birgt auch Gefahren: Denn viele Mädchen und Jungen können nicht oder nicht sicher schwimmen. Ertrinken gehört immer noch zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern. Es kann für ein Kind daher überlebenswichtig sein, so früh wie möglich schwimmen zu lernen.

Nach Angaben der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Niedersachsen haben gerade 40 Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen ein Jugendschwimmzeichen (Bronze, Silber, Gold), rund 60 Prozent der Zehnjährigen sind keine sicheren Schwimmer. Und das, obwohl laut Lehrplan jedes Kind in Niedersachsen bis zum 4. Schuljahr schwimmen lernen soll.

„Wir können leider keinen regelmäßigen Schwimmunterricht im Rahmen des Sportunterrichts anbieten“, bedauert Sünje Ufken, Leiterin der Grundschule in Nordloh. Das läge daran, dass man auf kein Hallenbad zurückgreifen könne; das Hengstforder Freibad sei zwar über den Sommer geöffnet, aber für regelmäßigen Schwimmunterricht unter freiem Himmel benötige man warmes Wetter, und das über einen längeren Zeitraum. Das sei selten gegeben.

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Kinder frieren leicht

Kinder würden schnell frieren, so Ufken, weil sie sich während des Schwimmunterrichts auch längere Zeiten außerhalb des Beckens aufhalten müssten. Sie müssten z.B. warten, bis sie an der Reihe wären oder stünden länger auf dem Startblock oder am Beckenrand, weil sie sich etwas ansehen sollten.

„Wir haben uns an die Eltern gewandt und an deren Verantwortung appelliert; viele Eltern kümmern sich darum, dass ihre Kinder schwimmen lernen, wir von Seiten der Schule können das leider nicht leisten“, so Ufken.

„Man glaubt es kaum, aber die Freibadzeit ist keine optimale Zeit für die Schwimmausbildung“, sagt auch Ralf Zimmermann von der DLRG-Ortsgruppe Bad Zwischenahn und berichtet von ähnlichen Erfahrungen mit frierenden Kindern. Die DLRG Bad Zwischenahn biete Schwimmkurse nicht im Sommer, sondern ab Oktober im Hallenbad an.

„Ich habe mir die Finger wund telefoniert, aber es ist uns leider nicht möglich, Zeiten für unsere Schulen in den Hallenbädern der Nachbargemeinden zu bekommen“, sagt Doris Siefert aus dem Schulamt der Gemeinden.

So bleibt dann doch das Hengstforder Freibad zum Schwimmen lernen. Und wie halten es die Grundschulen Apen und Augustfehn mit dem Schwimmunterricht? Angaben dazu machten Schulleiter Björn Becker (Apen) und Schulleiterin Tanja Glaubke (Augustfehn) nicht, sie verwiesen auf die Landesschulbehörde bzw. auf die Gemeinde. Konkretes konnte Bianca Schöneich, Pressesprecherin der Landesschulbehörde Lüneburg, nicht sagen. Nur so viel: Die Gemeinde Apen gehöre zu jenen Regionen, wo es lediglich ein Freibad gäbe. Regelmäßigen Schwimmunterricht dort während des Sommers anzubieten, gestalte sich schwierig.

Oberschüler im Freibad

„So oft wie möglich“ sind nach Angaben von Kirstin Finschow, Didaktische Leiterin der Oberschule Augustfehn, Schüler der Oberschule im Rahmen des Sportunterrichts im Hengstforder Bad. Bei der Anmeldung der Schüler würde stets abgefragt, über welche Schwimmabzeichen die Kinder verfügten und es sei das Bestreben der Schule, deren Schwimmkenntnisse auszubauen.

Wer das Schwimmen in der Schule nicht lernt, kann sich auch an das Freibad Hengstforde, Telefon   04489/1250, wenden. Hier werden regelmäßig Schwimmkurse angeboten.

Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
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