Heidkamp Lautes „Määäh“, das vom Außengelände hereindringt, verrät am Montagmorgen: Den Kindern des Kindergartens Heidkamp steht eine ungewohnte Kontaktaufnahme bevor. Unter einem blauen Pavillon, der vorsorglich wegen des unbeständigen Wetters aufgebaut worden war, wuseln in einem provisorischen Pferch zwei Mutterschafe mit ihren jeweils zwei Lämmern herum. Der Hobbyzüchter Dennis Baumann hat die kuscheligen Besucher mitgebracht – und die Kinder warten drinnen bereits darauf, in kleinen Gruppen ersten Kontakt aufzunehmen.

„Mit allen Sinnen lernen“ – das sollen auch die Kinder im Kindergarten Heidkamp, sagt Kita-Leiterin Christa Gerdes. Und nach dem Motto „Greifen, um zu begreifen“ ist an diesem Morgen eben auch Anfassen angesagt. „Behutsam“, wie es den Kindern in der Vorbereitung auf den Besuch vermittelt worden war. Erzieherin Svenja Jonas hat den Besuch initiiert, denn sie ist die Freundin des Hobbyzüchters, der schon als Kind von Schafen auf dem Deich an der Küste begeistert war. „Zum 10. Geburtstag habe ich dann von den Eltern zwei Schafe bekommen“, erinnert sich Baumann, der eigentlich Qualitätssicherer im Metallbau ist. 15 Mutterschafe mit derzeit 25 Lämmern hat er zu Hause – und verkauft seine Tiere ausschließlich zu Züchtungszwecken, wie er sagt: geschlachtet werde ausschließlich für den Eigenbedarf.

Svenja Jonas holt eines der Lämmer aus dem Gatter und setzt sich das Tier auf den Schoß, bevor die erste Gruppe Kinder dazukommen darf. Kontakt wird seitens der Kinder zunächst nur zögerlich aufgenommen – vor allem, wenn das Lamm sich ruckartig bewegt. Da sind die Gesichter dann auch noch etwas verspannt. Das ändert sich aber meist, wenn die Hände das Tier berühren: Dann lächeln die Kinder schnell, sind hochkonzentriert und neugierig. „Und so soll es ja auch sein“, macht Christa Gerdes deutlich, dass „Ängste abbauen“ und „neugierig sein“ ebenfalls zum Lernen mit allen Sinnen dazugehören. Und: „Viele Kinder, die nicht auf dem Land aufwachsen, kennen solche direkten Kontakte mit den Tieren gar nicht.“ Viele Kinder wüssten auch wirklich nicht, woher die Milch stammt, die sie trinken, bestätigt sie das, was Landwirte bei Veranstaltungen für Kinder immer wieder feststellen.

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Alle fünf Gruppen des Kindergartens Heidkamp mit zusammen 118 Kindern dürfen sich den Tieren an diesem Vormittag behutsam nähern. Für Dennis Baumann sind diese Begegnungen wichtig, sagt er: „Ich will damit Kindern einen besseren Bezug zu Tieren vermitteln.“ Auch deshalb hat er mit seinen Schafen schon einige Schulklassen besucht.

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