Halsbek Mit ausgestreckten Armen und einer abweisenden Handgeste stehen drei Drittklässler vor einem Mann, der sie herausfordernd anschaut. „Lass mich in Ruhe“, rufen die Schüler gleichzeitig mit kräftiger Stimme.

Nur ein Rollenspiel

Was auf den ersten Blick bedrohlich erscheint, ist in diesem Fall ein Rollenspiel. Der böse dreinblickende Mann ist in Wirklichkeit gar nicht so böse, es handelt sich um Jörn König, den Schulleiter der Grundschule Halsbek. Die Situation ist Teil des Projektes „Mut tut gut“, in dem Grundschüler lernen, was sexualisierte Gewalt ist und wie man die abwehren kann.

Das Projekt „Mut tut gut“

„Mut tut gut“ ist ein Projekt zur Aufklärung und Abwehr von sexueller Gewalt an Kindern. Durch die Präventionskurse sollen sowohl Kinder als auch Lehrer für das Thema sensibilisiert werden.

Die Kurse laufen an fünf verschiedenen Grundschulen im gesamten Ammerland. Die Workshops selbst werden in der 3. oder 4. Klasse angeboten.

Veranstaltet werden die Präventionskurse von dem Psychologen- und Pädagogenteam „Frei sein“ aus Oldenburg.

Finanziert wird das Aufklärungsprojekt zu einem Teil durch den Ladies’ Circle Ammerland. Die Mitglieder sind aus diesem Grund noch auf der Suche nach Förderern, die zum Beispiel Patenschaften für ganze Klassen übernehmen wollen.

www.lc41ammerland.de

„Es ist wichtig, dass die Kinder rechtzeitig lernen, wie man sich im Ernstfall richtig verhält“, erklärt König. Einem betroffenen Kind zu helfen sei immer ein guter Schritt. „Noch besser ist es aber, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen“, erklärt der Pädagoge, der voll hinter dem Projekt steht.

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Genau so sieht es auch Dr. Sandra Pistoor vom Ladies’ Circle Ammerland: „Viele Menschen machen sich nicht bewusst, dass sexuelle Gewalt in den meisten Fällen nicht von Unbekannten ausgeht. Der Ursprung liegt oft im direkten Umfeld des Kindes, also Freunde, Bekannte oder sogar ein Mitglied der eigenen Familie“, erklärt Pistoor.

Für sie komme es auf jedes Kind an, weshalb sie sich so stark für das Präventionsprogramm engagiere. „Der Ladies’ Circle hat das Projekt vor zehn Jahren ins Leben gerufen und unterstützt es zum Teil auch finanziell“, berichtet sie. Bisher habe man die Kurse an drei Grundschulen im Ammerland abgehalten. „Mittlerweile sind es fünf“, freut Pistoor sich.

An diesem Vormittag ist die Pädagogin und Trainerin für Selbstverteidigung und Selbstbehauptung Christine Jurr in der Klasse 3a. Sie gehört zum Team „Frei sein“ aus Oldenburg, das den Kurs anbietet. Mit den Kindern und der Klassenlehrerin Mareike Harms spielt sie mit den Kindern verschiedene Situationen durch und erklärt, wie die sich angemessen verhalten können, sei es durch lautes Schreien oder im Notfall auch mit körperlicher Gewalt.

Programm kommt gut an

Das Programm jedenfalls kommt gut bei den Kindern an. „Mir haben die Abwehrtechniken am besten gefallen“, berichtet Niklas aus Moorburg. Er habe gelernt, wie man sich richtig hinstellen muss, um sich richtig wehren zu können.

Raja aus Hollwege ist ihm da schon etwas voraus. „Ich mache Taekwon-Doe und kenne mich mit Selbstverteidigung aus“, sagt die Achtjährige. Trotzdem habe ihr der Workshop gut gefallen.

Wolfgang Alexander Meyer Redakteur / Redaktion Oldenburg
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