Friedrichsfehn Sie sollte ein Vorzeigeprojekt der Gemeinde Edewecht werden – das rund 2,3 Millionen teure, neue Mensagebäude der Friedrichsfehner Grund- und Oberschule. Doch auch wenn das Gebäude ansprechend aussieht, gibt es diverse größere und kleinere Schwachpunkte an dem Komplex, der seit dem Sommer genutzt wird. 

 Die Kritikpunkte

1.) Einen direkten Weg zum Mensagebäude gibt es nicht, was zur Folge hat, dass viele Schüler nicht über die neuen gepflasterten (Um-)Wege, sondern immer über den (nassen) Rasen laufen.

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2.) Die Eingangstür ist sehr schwer zu öffnen.

3.) Noch nicht fertig ist der Deckenbereich am Gebäude, wo eine Lochblechfassade mit durchscheinenden Kinderfotos geplant war.

4.) Der Speisesaal, in dem nach ursprünglichen Planungen 170 Schüler gleichzeitig essen sollten, wurde in der verwirklichten, abgespeckten Version verkleinert, so dass bis zu 120 Kinder in zwei Schichten essen können. „Aus Platzgründen essen jedoch nur 100 Kinder gleichzeitig“, sagt Schulleiter Holger Jäckel, der darauf hinweist, dass man von Seiten der Schule nicht damit gerechnet habe, dass sogar 70 Prozent der Grundschüler am Ganztagsbetrieb teilnähmen und viele mittags neben Oberschülern und Kita-Kindern in der Schule beköstigt würden. Dienstags bis donnerstags würden täglich 350 Essen ausgegeben, was nicht leicht zu händeln sei.

5.) Die Ausgabeküche sei, so Jäckel, zu klein für diesen hohen Andrang.

6.) Zu klein sei auch der große Musikraum, der nicht einmal die Größe eines Klassenraums habe. Instrumentalunterricht mit 28 Schülern pro Klasse und großen Instrumenten (darunter Keyboards und Xylofone) sei, so Jäckel, nicht möglich. Das Klavier der Schule passe gar nicht in den Raum. Nutzen könnte man den Musikraum jedoch als Gruppenraum für differenzierten Unterricht.

7.) Nur für kleine Gruppen (rund ein Dutzend Schüler) kann der kleine Musikraum genutzt werden, der vor allem als Raum für den Theorieunterricht in Hauswirtschaft dient.

8.) Der Instrumentenraum ist so klein, dass nicht alle Instrumente dort gelagert werden können. Die Keyboards stehen immer im Musikraum, die Xylofone auf der festinstallierten Bühne im Speisesaal, für das Klavier ist im Neubau kein Platz.

9.) Die festinstallierte Bühne sei, so Jäckel auch verhältnismäßig klein. Obendrein müsse bei Theateraufführungen zum Umziehen der kleine Musikraum, der direkt daneben läge, genutzt werden.

Der Schulleiter lobt die hervorragende Schulküche für den hauswirtschaftlichen Bereich, die sich ebenfalls im Mensagebäude befindet. Ausdrücklich verweist Jäckel auch darauf, dass man mit der Gemeinde Edewecht stets im guten Dialog sei und bei allen Problemen gemeinsam nach Lösungen suche.  Schade sei es, dass die Schulleitung seinerzeit nicht über die Details der abgespeckten Planung informiert worden sei, sondern nur darüber, dass sie abgespeckt worden wäre.

 Das sagt die Gemeinde

„Aus Kostengründen wurde die geplante Version des Mensagebäudes abgespeckt. Ursprünglich hätte das Projekt mit einer Nutz- und Lagerfläche von 930 Quadratmetern 2,7 Millionen Euro gekostet“, so Rolf Torkel, Allgemeiner Vertreter der Bürgermeisterin. Nach einstimmigen Beschlüssen im Bauausschuss und im Verwaltungsausschuss sei die Fläche auf 750 Quadratmeter reduziert worden, die Kosten verringerten sich auf rund 2,3 Millionen Euro, das sei der Schule auch mitgeteilt worden. Was den direkten Weg zur Mensa beträfe, so hätte es diesen in Vorentwürfen gegeben, später wurde er nicht berücksichtigt, weil es bereits zwei befestigte Zuwegungen zur Mensa gab. Ein Defekt habe dazu geführt, dass die Automatiktür so schwer zu öffnen sei. Das werde kurzfristig behoben. Spätestens im Januar 2018 solle die Fassade im Dachbereich fertiggestellt sein, für die Lochblechfassade, die doppelt so teuer wie geplant werden sollte, gebe es eine kostengünstigere Lösung. Aus Kostengründen habe man den Speisesaal verkleinert, der Zweischichtenbetrieb in der Mensa sei praktisch. Von 81 auf 72 Quadratmeter habe man den Musikraum verkleinert. Dass der Musikbereich verkleinert wurde, habe damit zu tun, dass eine festinstallierte Bühne geschaffen wurde. Die ursprüngliche Planung habe keine feste Bühne vorgesehen, sondern eine mit mobilen Elementen, aus der man nach Bedarf eine Bühne hätte schaffen können.

 Das sagen die Eltern

„Dass die Musikräume nicht so genutzt werden können wie erforderlich, ist sehr bedauerlich“, sagt Petra Reimers, Schulelternratsvorsitzende der Grund- und Oberschule. Auch der Mehrschichtenbetrieb in der Mensa sei für alle sehr anstrengend, langes Anstehen und schnelles Essen hätten bei ihrem Sohn dazu geführt, dass er die Mensa meide. Die Ausgabeküche sei sehr klein. Erste Wände seien schon verschmiert, weil man keine abweisende Farbe verwendet habe. „Schade, dass man vieles im Nachgang regeln muss“, so Reiners.

 Das sagen die Vereine

Eigentlich soll der Speisesaal der neuen Mensa nicht nur als Schulaula, sondern auch von den Vereinen und Verbänden genutzt werden. Doch die Speelköppel des Ortsvereins winkte schon ab. „Die Bühne ist viel zu klein, außerdem müssten wir vor und nach jeder Aufführung den Raum herrichten, weil er ja als Mensa genutzt wird. „Wir bleiben in der Schulturnhalle“, so Ensembleleiter Christoph Schildmann.

Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
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