Friedrichsfehn Die Anmeldezahlen für den Krippenbereich gehen Edewecht steil nach oben. Um kurzfristig Abhilfe zu schaffen, soll die Kita Lüttefehn in Friedrichsfehn einen Anbau bekommen. Im Sozialausschuss stellte Architekt Jens Helmerichs nun zwei Möglichkeiten vor, wie ein solcher Anbau realisiert werden könnte.

Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile, doch die Gemeinde hat einen klaren Favoriten. Dieser bietet nicht nur im Inneren optimale Möglichkeiten der Raumnutzung, sondern obendrein die flexibelsten Möglichkeiten, hinsichtlich eines Kita-Neubau auf dem Nachbargrundstück mit fünf Gruppen. Nur: Die bevorzugte Variante ist rund 40 000 Euro teurer.

Der neue Anbau, so die Rahmenbedingungen, benötigt eine Fläche von rund 110 Quadratmetern. Er soll einen Gruppenraum (50 m²), Schlafraum (20 m²), Wickelraum (10 m²), einen Flurbereich mit Garderobe (20 m²) und einen Therapieraum bekommen. Zwar gibt es bereits einen Therapieraum, doch der müsste zweckentfremdet werden. Denn mit dem Anbau würde die Belegschaft in Lüttefehn auf 20 Personen anwachsen, der Personalraum in der Konsequenz aus allen Nähten platzen. Ergo müsste dieser um die Fläche des bisherigen Therapieraums vergrößert werden.

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Der Umbau würde samt Anbau 380 000 Euro kosten. Zuschüsse gäbe es vom Land (180 000 Euro) und vom Landkreis (60 000 Euro). Blieben 140 000 Euro, die die Gemeinde außerplanmäßig aufbringen müsste.

Es ist die Kostenaufstellung für die erste von Jens Helmerichs vorgestellte Variante, die zwar günstiger, aber auch etwas kleiner wäre. Die Nachteile: Durch eine Nischenbildung im Bereich der Türen zum Flur/Schlaf- und Gruppenraum könnte nicht die volle Fläche des Gruppenraums zum Spielen genutzt werden. Außerdem wäre der Baukörper sehr unflexibel und die Kinder hätten einen deutlich weiteren Weg ums Gebäude herum zur Außenspielfläche zurückzulegen.

Variable Planung

Helmerichs’ zweiter Vorschlag wäre zwar rund 40 000 Euro teurer, dafür aber auch 16 Quadratmeter größer und ohne das Problem der Nischenbildung, es gäbe einen direkten Weg zur Außenspielfläche und der Gebäudekörper wäre entlang einer Flurachse verschiebbar, also variabel planbar. Das hätte den Vorteil, dass im Falle eines Kita-Neubaus auf der benachbarten Freifläche dieser variabler geplant werden könnte, da es einerseits aus Brandschutzgründen bestimmte Abstände einzuhalten gilt – der Neubau aber auch nicht zu nah an die Hochspannungsleitung rücken darf.

Indem der Lüttefehn-Anbau einfach in Richtung Straße geschoben werden könnte, wäre der Neubau deutlich flexibler zu handhaben. Im Sozialausschuss stimmten die Ausschussmitglieder einstimmig für die zweite Lösung und gab so eine Empfehlung an den Verwaltungsausschuss (VA). Bis zur kommenden Sitzung des VAs soll nun geklärt werden, wie der Landkreis zur favorisierten Variante steht.

Fest steht also noch nichts, denn je nach Planung des Neubaus könnte sich auch die erste Variante als die praktikablere erweisen.

Doch der Anbau ist nur ein Baustein des Soforthilfe-Konzepts zur Reduzierung der Krippennot. Denn zunächst, bis zur Fertigstellung des Anbaus, so der Plan, würde der bisherige Bewegungsraum in der Kita Lüttefehn zu einem Gruppenraum umgebaut und für die Dauer von maximal einem Jahr als solcher genutzt werden. Die Kosten für dieses Provisorium: 20 000 Euro – zuzüglich 25 000 Euro für eine Ausstattung, die allerdings nach Fertigstellung des Anbaus an anderer Stelle weiter verwendet werden könnte. Die Infrastruktur wäre bereits vorhanden. „Das größte Problem bestünde wohl darin, schnell geeignete Fachkräfte zu finden“, sagte Dirk Sander, Fachbereichsleiter für Bildung, Ordnung und Soziales. Die Alternative, um den Mangel an Krippenplätzen ad hoc zu lindern, wäre deutlich teurer.

Übrige Erweiterungen

Dann nämlich wäre das Jugendzentrum Friedrichsfehn in der Ziehung, dessen krippengerechter Umbau mit etwa 70 000 Euro zu Buche schlagen würde – der Umzug der Jugendpflege in eine nahegelegene Wohnung nach einmal mit 40 000 Euro. Eine befristete Krippengruppe würde auf diese Weise rund 110 000 Euro kosten.

Und wie steht es mit den Erweiterungen in Jeddeloh II und Osterscheps? Wegen Engpässen auf dem Bau-Markt werden beide wohl nicht vollständig bis zum 1. August 2019 fertig sein. In Jeddeloh II allerdings könnten zumindest die lärmintensiven Arbeiten bis dahin beendet sein. Für zwei bis drei Monate aber wird wohl der Bewegungsraum für die Krippenkinder zum Schlafen herhalten müssen. Bis Ende Oktober soll der Anbau fertiggestellt sein.

Auch in Osterscheps werden die Arbeiten absehbar nicht beendet sein. Zu der Zeit aber seien die Kinder sowieso viel draußen, weshalb es kein Problem sei, für bis zu drei Monate den Bewegungsraum zum Gruppenraum umzufunktionieren.

Ingo Schmidt Redakteur / Redaktion Westerstede
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