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Bad Zwischenahn /Ammerland Jakobs Notendurchschnitt an seiner alten Schule in Edewecht war nicht so berauschend, auch Eike hatte in Augustfehn seine Probleme und Daniel kam nach dem Umzug von Oldenburg nach Edewecht auch nicht richtig voran. Aus der Perspektive, den Hauptschulabschluss vielleicht nicht zu schaffen, haben sie sich in zwei Jahren herausgearbeitet. Und anders als viele andere Neuntklässler haben alle drei ihren Ausbildungsvertrag quasi schon in der Tasche.

Landkreis finanziert

Geschafft habe sie das nach einem Schulwechsel nach der siebten Klasse. An der Oberschule Bad Zwischenahn besuchen Daniel, Jakob und Eike eine Berufsstarter-Klasse. Früher hieß das im Ammerland Klasse mit vertiefender Berufsorientierung (KVB). Seit das Projekt allein vom Landkreis Ammerland über die Kreisvolkshochschule (kvhs) finanziert wird, gibt es den neuen Namen für das bewährte Konzept. Und das sieht so aus: Drei Tage in der Woche sind die Schüler in der Schule. In dieser Zeit müssen sie alles lernen, was sie für einen vollwertigen Hauptschulabschluss brauchen. Die anderen zwei Tage verbringen sie in Betrieben – und zwar nicht in den üblichen zweiwöchigen Praktika, sondern bis zu fünf Monate und mehr. „Die Schüler können so viele verschiedene Berufe ausprobieren und herausfinden, welcher am besten zu ihnen passt“, sagte Sozialpädagoge Piet Eppmann am Mittwoch in den Räumen der kvhs in Bad Zwischenahn.

Praxis fällt leicht

Er betreut die Klasse gemeinsam mit Lehrerin Sabine Eisenhuth. Diese unterrichtet bis auf Mathe und Physik alle Fächer. In der mit maximal 16 Schülern recht kleinen Klasse kann sie den Stoff und die Fächer flexibel anpassen und den Schülern auch in kürzerer Zeit alles Nötige für den Abschluss vermitteln.

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Betriebe begeistert

Die sind von ihrer Entscheidung im Nachhinein genau so überzeugt wie ihre Eltern. „Er weiß, er muss nur diese drei Tage durchhalten und kann sich dann wieder im Betrieb ausprobieren“, sagt Jakobs Vater Clemens Dwornitzak.

Dass ihnen die praktische Arbeit leichter fällt als das Büffeln in der Schule, haben die drei Jungen gemeinsam – und dass sie alle mindestens einen Betrieb überzeugt haben, in dem sie als Praktikant gearbeitet haben.

„Das beste, was uns passieren konnte“, nennt Hartmut Behrens von Straßenbauunternehmen Dallmann aus Edewecht seinen Praktikanten Jakob (16) und das Berufsstarter-Programm. „Zwei Wochen im Schulpraktikum hält jeder durch. Bei Jakob wissen wir nach fünf Monaten, dass er für die Arbeit brennt.“

Eike (15) hat ein Praktikum bei Hoklatherm in Apen absolviert, ein weiteres bei einem Tischler und kam dann wieder zurück. Und darüber freut sich Gerrit Wermter von Hoklatherm richtig: „Wir brauchen Leute wie ihn. Er sieht die Arbeit von sich aus, packt an und wir können ihn überall mitarbeiten lassen.“ Auch Matthias Behrens vom Bauunternehmen Eilers aus Edewecht hat von seinen Mitarbeitern nur Gutes über Daniel (17) gehört. „Der Schulabschluss selbst ist wichtig. Die Noten dann nicht so sehr“, sagt er. Deutlich mehr zählten für die Betriebe Engagement, Pünktlichkeit und Arbeitswille.

Viele Abschlüsse

Dr. Jürgen Boy, erst seit diesem Jahr Leiter der Zwischenahner Oberschule, kannte das Modell Berufsstarter zuvor nicht, ist aber schon nach wenigen Monaten ein ebenso überzeugter Verfechter wie kvhs-Leiter Winfried Krüger. Der erinnert: „Nach der abgeschlossenen Berufsausbildung haben die jungen Leute automatisch den Realschulabschluss – auch wenn sie vorher nur die Hauptschule geschafft haben.“

Obwohl sie weniger Zeit für den Stoff hätten, so Krüger, schafften in den Berufsstarterklassen in der Regel mehr Schüler den Abschluss als in den regulären Hauptschulklassen – und von denen könnten dann viele, wie Jakob, Eike und Daniel sofort in einen Betrieb wechseln.

Christian Quapp Redakteur / Redaktion Bad Zwischenahn
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