Bad Zwischenahn 45 Minuten sind Dr. Thies Bruns und seine Kollegen bei der Klasse 7f des Gymnasiums Bad Zwischenahn Edewecht. „In diesen 45 Minuten erleiden in Deutschland sieben Menschen einen Herzstillstand“, sagt Bruns.

Der Arzt aus dem Klinikzentrum Westerstede ist mit Kollegen, Fachpflegekräften der Ammerland-Klinik und des Bundeswehrkrankenhauses Westerstede und Medizinstudenten nach Bad Zwischenahn gekommen, um den Siebtklässlern beizubringen, wie sie im Fall der Fälle helfen können. Dafür gibt es die bundesweite „Woche der Wiederbelebung“.

„Wenn ihr mal so einen Fall erlebt, wird es sehr wahrscheinlich einen Menschen aus eurem direkten Umfeld, aus eurer Familie treffen“, schärft Bruns den Jungen und Mädchen ein. Genauso eindringlich macht Bruns klar: 5000 Menschen in Deutschland könnten jedes Jahr überleben, wenn mehr Menschen sich trauen würden, einfache Wiederbelebungsmaßnahmen anzuwenden. Ein kurzer Vortrag und zwei Minuten Übung sollen den Jungen und Mädchen reichen, um für den Notfall vorbereitet sein. Bewusstsein und Atmung kontrollieren, für Hilfe sorgen und selbst mit der Herzmassage beginnen – kurz zusammengefasst: Prüfen, rufen, drücken“.

„Das ist nicht schwer und man kann nichts falsch machen“, sagt Bruns. „Sollte man nicht auch beatmen?“, fragt einer der Schüler. Tatsächlich reiche der im Blut und den Lungen gespeicherte Sauerstoff meistens aus – so lange das Herz in Bewegung gehalten werde, antwortet Bruns. Viele Menschen trauten sich die Beatmung nicht zu und würden dann gar nichts tun. Und das sei tatsächlich der einzige Fehler, den man bei der Wiederbelebung machen könne.

„Und wie lange muss man das machen?“, will ein anderer Schüler wissen. „So lange bis professionelle Hilfe kommt“, antwortet der Arzt. Allerdings sollte man sich nach zwei Minuten von einem anderen Helfer ablösen lassen, wenn einer da ist.“

Dass selbst diese zwei Minuten ganz schön lang werden, erfahren die Schüler später bei der praktischen Übung an Puppen. Die Mediziner haben eine ganze Reihe an Liedern mitgebracht, die helfen können, die empfohlene Zahl von 100 Bewegungen in der Minute einzuhalten.

Während „Die Biene Maja“ läuft, achtet Medizinstudent Julian Bader, darauf, dass Adrian, Robin, Fynn, Jonas, Konstantin und Hugo gleichmäßig und fest genug reanimieren. Die Zeit, die sie schon dabei sind, das Herz der Plastikpuppe am Schlagen zu halten, unterschätzen viele der Schüler – und sind am Ende ganz schön außer Atem.

Bruns beobachtet die verschiedenen Gruppen. Ungefähr ab der siebten Klasse seien Kinder tatsächlich alt genug, um effektiv zu helfen. „Und sie haben in diesem Alter weniger Hemmungen, sie machen das gut“, sagt er.

An diesem Dienstag werden noch die siebten Klassen im Gymnasium Westerstede geschult.

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Christian Quapp Redakteur / Redaktion Bad Zwischenahn
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