Bad Zwischenahn Mathematische Aussagenlogik steht üblicherweise nicht auf dem Lehrplan für Siebtklässler – und sich sogar freiwillig mit den kryptischen Buchstaben-Gleichungen zu beschäftigen, kommt sicher nicht vielen Schülerinnen und Schülern in den Sinn. Am Gymnasium Bad Zwischenahn-Edewecht (GZE) taten das am Montag aber dennoch einige Siebt- und sogar ein Sechstklässler. Sie alle versäumten dafür regulären Unterricht, die Inhalte müssen sie nacharbeiten.

Aufgaben vom Studenten

Die Aufgaben kamen von Raphael Freiberg, Master-Student an der Uni Oldenburg. Er war, wie vor ihm schon einige Kommilitonen, als Teil einer Kooperation zwischen der Begabtenförderung des Gymnasiums und der Universität Oldenburg an der Schule. Immer geht es darum, die besonders klugen Köpfe mit Themen zu füttern, die ihnen eine spezielle Motivation geben – sie sollen nicht einfach nur schneller sein als ihre Mitschüler.

Auch in anderen Fächern gab es schon besondere Herausforderungen. In Deutsch beschäftigten sich die Studenten mit den Schülern mit Poetry Slam, in Biologie wurden gar Schweine-Lungen seziert. „Ein bisschen eklig“, sei das zuerst gewesen, fand Schülerin Lena. „Dann aber sehr spannend“.

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Abwechslung durch andere Lehrer

Freibergs Unterricht wirkte dagegen eigentlich wie eine ganz normale Schulstunde. Einzeln oder in kleinen Gruppen bearbeiteten die Jungen und Mädchen die Aufgaben, der Student ging von Tisch zu Tisch, gab Tipps und Hinweise. Die Schüler waren trotzdem begeistert. Andere Themen und andere Lehrer brächten einfach Abwechslung, sagten die Jungen und Mädchen einstimmig.

Dr. Sylvia Jahnke-Klein vom Institut für Pädagogik der Uni Oldenburg und Lehrer Malte Hümme, Beauftragter für die Begabtenförderung am GZE, beobachteten die besondere Stunde. „Wir profitieren mehrfach von dieser Kooperation“, so Hümme. „Unsere besonders begabten Schüler bekommen Abwechslung und Motivation. Durch regelmäßige Kontakte mit Studenten kommen sie früh in Kontakt mit der Universität und entscheiden sich vielleicht für ein Frühstudium“, erläuterte er.

Gut vorbereitete Unterrichtsstunden

Ganz nebenbei bekomme die Schule durch die Kooperation kostenlose und gut vorbereitete Unterrichtsstunden, ergänzte der stellvertretende Schulleiter Theo Glasmeyer.

Und auch die beteiligten Studentinnen und Studenten profitieren: Denn obwohl Raphael Freiberg sich freute, in Bad Zwischenahn auf Schülerinnen und Schüler zu treffen, die voller Motivation in seine Stunde kamen, sei der Unterricht für besonders Begabte nicht einfach, betonte Dozentin Jahnke-Klein. „Es ist eines, darüber etwas zu hören und etwas anderes, dann selbst vor Begabten zu stehen. Da kommen plötzlich Fragen, die so nicht üblich sind, oder ganz ungewöhnliche Lösungsansätze.“ Studierende und Lehrkräfte hätten häufig eher Scheu vor hochbegabten Schülern oder tendierten dazu, sie auszubremsen oder als Hilfslehrer für schwächere Klassenkameraden zu missbrauchen. Dass soll durch Kooperationen wie diese künftig seltener passieren.

Christian Quapp Redakteur / Redaktion Westerstede
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