Augustfehn „In den Sechziger- und Siebzigerjahren wurden die Erzieherinnen als Tanten angesprochen. Tante Inge, Tante Rosi und Tante Karin hat es unter andrem hier geheißen“, berichtet Sonja Fischer, Erzieherin im lutherischen Kindergarten, „Die Brücke“, lachend. Lange ist das her. „Als ich 1978 im Augustfehner Kindergarten begann, sprachen uns die Kinder bereits mit Vornamen an und duzten uns. Das ist heute noch genauso.“

Buntes Programm für Klein und Groß

50 Jahre Evangelisch-lutherischer Kindergarten „Die Brücke“ Augustfehn: Das soll diesen Sonntag, 28. Oktober, gefeiert werden. Um 10 Uhr beginnt ein Gottesdienst in der Friedenskirche. Ab 12.30 Uhr gibt es im und um den Kindergarten ein buntes Programm für kleine und große Gäste mit vielen Informationen und Mitmachangeboten. Auch ehemalige Kita-Kinder und ehemalige Mitarbeiter sind herzlich willkommen.

Vieles hat sich von Grund auf geändert

Gemeinsamkeiten zwischen dem Kindergartenalltag früher und heute ( der lutherische Kindergarten „Die Brücke besteht inzwischen 50 Jahre) sind eher die Ausnahmen. „Vieles hat sich von Grund auf verändert“, sagt Sonja Fischer. Damals konnte man Kindergartenkinder um 12 Uhr, wenn die Erlaubnis der Eltern vorlag, allein nach Hause schicken, das sei heute völlig undenkbar. Selbstverständlich sei der Besuch der Kita damals nicht gewesen. Vor allem viele Selbstständige hätten ihre Kinder vormittags ein paar Stunden betreuen lassen. Individuelle Förderung, wie es sie heute gäbe, sei damals kein Thema gewesen. Alle Kinder hätten das Gleiche gemacht und fertigten zum Beispiel aus bunten Papier eine Collage von einem Apfelbaum und die Äpfel sollten dann möglichst gleich aussehen, so die Erzieherin.

Dennoch sei es eine tolle Zeit gewesen, erinnert sich ein Augustfehner, der zu den ersten Kita-Jahrgängen gehörte. Nur 20 Kinder habe es anfangs gegeben, aufgenommen worden seien vor allen die Fünf- oder Sechsjährigen, die bald eingeschult wurden. Die Kita-Kinder seien nicht nur aus Augustfehn gekommen, sondern auch aus Apen und Westerloy, aus Ihausen und Ihorst, denn Kitas gab es im Gegensatz zu heute nur in wenigen Orten. Gemeinsamens Spielen (draußen gab es einen Sandkasten und eine Schaukel) und Basteln habe den Vormittag bestimmt. Wenn es möglich gewesen sei, wurde ein Kitakind zuhause sogar von allen anderen Kindern und der Erzieherin besucht.

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Gemeinsames Basteln, Spielen und Feiern

Vielfältiger sei der Kita-Alltag schon Ende der 1980/Anfang der 1990er Jahre gewesen, berichtet die Mutter eines Kita-Kindes, die selbst die Einrichtung „Die Brücke“ besuchte. Vier Vormittagsgruppen gab es damals, der Vormittag wurde in der Gruppe gestaltet, man bastelte zusammen (häufig mit Materialien aus der Natur), schmückte der Raum, sang und spielte, feierte Geburtstage, besuchte Veranstaltungen, trieb regelmäßig Sport in der Turnhalle der Realschule, man lernte bei Spaziergängen Augustfehn besser kennen und der Spielplatz hatte neben der Schaukel eine Hängebrücke und Turnstangen.

Und heute? „Heute, das heißt seit 16 Jahren, bieten wir offene Arbeit an. Wir begleiten die Kinder als Fachfrauen, machen ihnen vielfältige Angebote. Mädchen und Jungen werden dabei individuell gefördert. Vielfältige Bildung, die auf spielerische Art vermittelt wird, spielt eine große Rolle“, sagt Kita-Leiterin Jutta Jonen, die seit 1987 in Augustfehn arbeit und die Kita seit 1991 leitet. Seit 1991 gehört auch Dagmar Gran-Stutz zum Brückenteam. „Die Kinder können bei uns die Welt in Lernstätten kennenlernen. Dazu gehören z.B. das Zahlenland, die Kreativwerkstatt, die Theaterwerkstatt, die Bewegungswerkstatt oder das Labor.“

Über die Entwicklung des lutherischen Kindergartens, der heute eine Integrationseinrichtung ist, auch Ganztagsbetreuung anbietet und über eine Krippe verfügt und das heutige pädagogische Angebot kann man sich am Jubiläumssonntag informieren.

Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
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