Aschhausen Eigentlich war am Mittwoch in der evangelischen Kita Lüttje Lü in Aschhausen alles wie immer, drinnen und draußen tobten die Kinder, einige standen bis zum oberen Rand der Gummistiefel – und drüber hinaus – im Matsch des Wasserspielplatzes. „Der ist ja nicht nur in Betrieb, wenn ein Kamerateam hier ist“, sagte Kita-Leiterin Kerstin Kreikenbohm und schickte einen jungen mit komplett durchnässten Socken zum umziehen nach drinnen.

Eines war aber doch anders, auf einem kleinen Regal direkt beim Eingang zur Kita steht seit Mittwoch ein großer, schwerer Quader aus Glas, mit dem bunten Logo des Deutschen Kita-Preises. Es ist der Sonderpreis, den Kerstin Kreikenbohm und ihr Team von der Preisverleihung am Montag im Berliner Tempodrom mitgebracht haben. Die war ziemlich aufregend.

Aufregung in Berlin

Das Schauspielerpaar Andrea Sawatzki und Christian Berkel moderierten, Laudatoren waren Barbara Schöneberger für die Kategorie „Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres“ und Jury-Mitglied Wassilios E. Fthenakis für die Kategorie „Kita des Jahres“. Bei dessen Part gab es ein ziemliches Durcheinander, plötzlich hatten die Vertreter einer Einrichtung den falschen Scheck bekommen, wurden dann sogar zu Gewinnern des Hauptpreises ernannt, nur um gleich danach zu erfahren, dass es doch „nur“ einer der vier zweiten Preise war, den sie gewonnen hatten.

Sieg mit großem Abstand

Zu diesem Zeitpunkt hatte das Team aus Aschhausen den Sonderpreis der Zeitschrift Eltern längst in der Hand. Teilnehmer aus ganz Deutschland konnten dafür online darüber abstimmen, welche von den zehn Final-Kitas die beste ist. Die Aschhauser gewannen mit großem Abstand und konnten sich so während der weiteren Preisverleihung schon zurücklehnen. „Natürlich haben wir trotzdem noch mitgefiebert und hätten auch gerne noch einen weiteren Preis mitgebracht“, sagte Kreikenbohm am Mittwoch, während die Kinder zur Feier des Tages über Popcorn und andere Süßigkeiten hermachen durften.

Eltern spendieren Fest

Letzten Endes sei die große Unterstützung aus ganz Deutschland für die kleine Dorf-Kita aber genau so wertvoll wie einer der Hauptpreise. Und diese Unterstützung geht weiter: „Unser Mail-Postfach war heute morgen voll. Kitas aus ganz Deutschland hätten gerne unser Konzept und auch einige Initiativbewerbungen von Menschen, die gerne bei uns arbeiten wollen, waren dabei“, berichtete Kreikenbohm.

Ganz besonders aber freut sie sich mit ihrem Team über die große Unterstützung von den Eltern der Kita-Kinder, während und auch nach dem Wettbewerb. „Unsere Eltern haben uns heute morgen erstmal gesagt, dass sie uns eine große Feier schenken, für die wir nur den Termin nennen müssen“, berichtete Kreikenbohm. Darüber freut sie sich auch deshalb, weil ihr Team für den Wettbewerb eine Menge Arbeit und zusätzliche Herausforderungen bewältigen musste.

Mutiges Team

„So ein Wettbewerb bedeutet, dass Experten von außen ins Haus kommen, uns bei der Arbeit beobachten, und auch Kritik üben, der wir uns stellen müssen. „Ich fand das von unserem Team sehr mutig, alle haben sich wacker geschlagen. Das hat sich bereits auf die Qualität unserer Arbeit ausgewirkt, wir haben bei einigen Ansätzen geschaut, wo wir etwas neu ausrichten können. Und der Wettbewerb wird noch einen langen Nachhall haben“, ist sie überzeugt.

Die Expertenjury, die alle Kitas besucht hat, werde auch noch eine Rückmeldung geben, wo die Kita Möglichkeiten zur Verbesserung hat. Theoretisch wäre eine erneute Bewerbung schon im kommenden Jahr möglich, das hat das Team aber nicht vor. „Vielleicht denken wir in fünf Jahren noch einmal darüber nach“, sagt die Kita-Leiterin.

Christian Quapp Redakteur / Redaktion Bad Zwischenahn
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