Bad Zwischenahn „Ist Otto da?“ Kaum eine Frage dürften die fünfjährigen Zwillinge Jonte und Bente ihrer Mama in den vergangenen Wochen öfter gestellt haben als diese. „Otto“ ist nämlich ein ganz besonderer, tierischer Freund für die beiden Jungs geworden: „Otto“ ist ein junger Dompfaff, dem die Bad Zwischenahner Familie mit Hilfe der Wildtierauffangstation Rastede das Leben gerettet hat. Seitdem kehrt der kleine Vogel bei der Familie ein und aus.

Anfangs lautete die Frage allerdings nicht „Ist Otto da?“, sondern „Lebt Otto noch?“. Ihr Mann habe den Vogel am 1. August in einem miserablen Zustand auf einem Bürgersteig im Oldenburger Stadtsüden gefunden, berichtet Katharina Brüning. Die beiden Geschwister des Dompfaffs, dem ihr Mann kurzerhand den Namen „Otto“ gab, hätten bereits tot neben ihm gelegen.

Der kleine Dompfaff war in einem jämmerlichen Zustand, ehe die Familie sich seiner annahm. Bild: Brüning

Das Tierarzt-Ehepaar erkundigte sich bei den Experten in Rastede, was am besten zu tun sei. „Die waren extrem hilfs- und informationsbereit“, erzählt die 43-Jährige.

Am ersten Abend suchten „Ottos“ Lebensretter im heimischen Garten nach Ameisennestern, um ihn mit Ameiseneiern zu füttern. Auch Heimchen und Buffalowürmer trugen dazu bei, dass „Otto“ schnell zu Kräften kam. Auf einem Handy-Video hat Katharina Brüning festgehalten, wie fordernd der kleine Singvogel nach der Pinzette mit Futter gierte, die sie ihm hinhielt. Mindestens im Zwei-Stunden-Takt musste „Otto“ gefüttert werden. Nachts habe erfreulicherweise eine einzige Fütterung ausgereicht. Da es im August so warm war, konnte der Dompfaff seine Körpertemperatur ohne Wärmelampe halten.

Ihre beiden Kinder haben „da unheimlich was von mitgenommen“, hat Katharina Brüning festgestellt, sie konnten sehen, wie man ein Tier aufzieht und es pflegt. Fest steht aber auch, dass der Dompfaff kein Haustier ist und sein Schlafplatz in einem Käfig in der Küche der Familie nur ein vorläufiger ist.

Inzwischen ist der kleine Piepmatz quietschfidel. Bild: Jantje Ziegeler

Eines Sonntagmorgens war es dann so weit: Nachdem der kleine Vogel in seiner „Kinderstube“ – einem Pappkarton – bereits Flugübungen absolviert hatte, setzte er zu einem ersten Ausflug in die freie Wildbahn an. Ausflugsziel war die Eiche im Garten. Vier Stunden später reichte es dem jungen Tier dann offensichtlich: Es stattete der tierlieben Familie wieder einen Besuch ab, fraß sich satt, flog dann wieder los.

„Inzwischen werden seine Kreise größer, er schaut nur noch mittags und abends bei uns rein“, erzählt Katharina Brüning, „noch ist er ein Heimschläfer.“

Jantje Ziegeler Redakteurin / Online-Redaktion
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