Wildeshausen Schon während der Schulzeit als angehender Abiturient fand Michael Hiller seinen Weg zur Zeitung. Damals war es jedoch die südlichste Ausgabe der Syker Kreiszeitung, für die der im ostwestfälischen Rahden aufgewachsene damals 17-Jährige als freier Mitarbeiter schrieb. „Ich war für Sport und Lokales zuständig, bewegte mich quasi zwischen Fußballspielen und Jahreshauptversammlung“, erzählt er.

Zeitliche Flexibilität

Er absolvierte seinen Zivildienst, blieb danach der Zeitung treu und war als Volontär in der Lokalsportredaktion nun aber für Wildeshausen, Dötlingen und Harpstedt zuständig. „So habe ich auch die NWZ kennengelernt“, sagt der heute 40-Jährige.

Nach elf Jahren als Lokalsportredakteur hörte er, dass „bei der Konkurrenz“ die Stelle für den Sport im Landkreis Oldenburg frei werden würde. „Ich habe die Chance ergriffen, dort für einen größeren Bereich zuständig zu sein“, erzählt er. Er reichte seine Bewerbung ein – und wurde zum Oktober 2012 eingestellt. „Gefühlt habe ich nur die Straßenseite gewechselt“, sagt er.

An seinem Job gefalle ihm die Zusammenarbeit mit den Vereinen, das Erzählen von Nachrichten und Geschichten, aber auch die zeitliche Flexibilität. Zwar seien gerade die Wochenenddienste eine zusätzliche Belastung, aber ansonsten bringe die Arbeit viele Freiheiten. „Ich muss nicht um 8 Uhr anfangen und um 16 Uhr aufhören“, sagt er. Gebe es unter der Woche zum Beispiel Fußballspiele, von denen aktuell berichtet werden soll, beginne er einfach später, um einen Ausgleich zu haben.

„Wahnsinnige Vielfalt“

Beim Stichwort Lokalsport leuchten seine Augen. „Ich arbeite eng mit den Sportlern zusammen – ob E-Jugendspieler oder Alte Herren“, sagt der Redakteur. Immer wieder würde er dabei die rasanten Entwicklungen von Sportlern vom Talent zum Leistungsträger begleiten. „Spannend ist, dass vom Spitzensport bis zum Breitensport alles dabei ist“, sagt Michael Hiller, der selbst Tischtennis spielt. „Wir haben in unserem Landkreis auch eine wahnsinnige Vielfalt an Sportarten.“

Ein Phänomen ist Faustball. „Fährt man von Leverkusen aus hoch in den Norden, ist man lange im Faustball-Niemandsland – und dann kommen Ahlhorn, Brettorf oder auch Moslesfehn: Der Landkreis Oldenburg ist sozusagen die Faustball-Hochburg in Deutschland“, sagt er. „Das ist ein toller Sport und wird hier sehr ambitioniert betrieben.“

Über die Jahre habe er sich ein Netzwerk aufgebaut. „Wenn ich mit meiner Frau durch die Stadt laufe, sagt sie immer: ,Du kennst ja jeden!‘“, erzählt er. Allerdings habe das auch seine Kehrseite: Auf privaten Veranstaltungen würden ihm Freunde nicht immer gleich alles erzählen aus Angst, es stünde am nächsten Tag in der Zeitung. „Das ist natürlich Quatsch“, sagt Michael Hiller. „Ich würde niemals das Vertrauen von jemandem missbrauchen.“ Trotzdem gehöre kritische Berichterstattung durchaus zum Alltag.

Jährliche Sportlerwahl

Zur Bekanntheit des bekennenden 1.FC-Köln-Fans haben auch die jährlichen Sportlerwahlen beigetragen. „Keine Aktion ist so arbeitsintensiv und gibt einem am Ende so ein Gefühl der Zufriedenheit wie der Gala-Abend“, sagt er.

Langeweile? Eintönigkeit? Davon ist bei Michael Hiller auch nach insgesamt 23 Jahren als Sportjournalist nichts zu spüren.

Ellen Dückers Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.