Hage Heute blicken wir noch einmal zurück – in die Zeit der achten Schwangerschaftswoche. Damals galten noch 2G- und 3G-Regeln, und bei Frauenärzten eine ganz eigene: Männer und Begleitpersonen aller Art waren verboten. Nur die Schwangeren selbst durften in die Räumlichkeiten und an Untersuchungen teilnehmen. Alle anderen wurden gnadenlos und ohne Wenn und Aber ausgeschlossen. Für mich als werdender Vater, der gern bei jedem Termin dabei gewesen und auch liebend gern gemeinsam mit seiner Frau den ersten Herzschlag auf dem Ultraschall gesehen hätte, hieß das: Vor der Tür warten.

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Ist das noch Stolpern oder schon Tanzen? Alles eine Frage der Perspektive!

Nach gefühlten zehn Stunden, tatsächlich war es eine halbe, hatte ich schon eine eigene Schrittfolge entwickelt: Links, rechts, drei vor und drei zurück. So tänzelte ich vor der Frauenarztpraxis über das Kopfsteinpflaster. Andere würden es womöglich als stolpern bezeichnen – in meinem Kopf hingegen gleicht diese Abfolge in ihrer Eleganz einer anmutigen Ballerina. Aber eigentlich ging es nur um eins: Ablenkung.

Fragen über Fragen – und keine Antwort

Denn in meinem Kopf bohrten die immergleichen Fragen: Wie geht es dem Baby? Ist alles in Ordnung? Was, wenn was nicht in Ordnung ist? Wie geht es weiter? Was passiert da oben? Ist sie schon im Untersuchungszimmer? Fragen über Fragen – und keine Antworten.

Immer wieder spähte ich in Richtung Treppenhaus. Durch die Glasbausteine sah ich, wie jemand die Treppen hinunterkommt. Das Herz schlug schneller – ist es meine Frau? Dann näherte sich die Person der Tür – und leider war es jemand Fremdes. Wieder hieß es: links, rechts, drei vor und drei zurück.

Zwischendrin flackerte immer wieder die Frage auf: Warum habe ich mich impfen lassen? Warum darf ich nicht mit dabei sein? Warum muss ich wie ein Hund draußen warten? Zugegeben, ich trug keine Leine oder Halsband. Das war aber auch fast alles, was mich von einem wartenden Hund unterschied.

Die erlösende Nachricht

Nach einer gefühlten Ewigkeit vibrierte mein Handy. Eine Nachricht meiner Frau – ein Herz. Nicht mehr und nicht weniger. Und doch sagte es mehr als tausend Worte. Es ist alles gut. Uns, mir und der Kleinen, geht es gut. Das kleine Herz schlägt. Die bohrenden Fragen waren weggefegt. Die Schritt-Folge war passé und wich einem kleinen Freudentanz. Kein links, rechts, drei vor und drei zurück mehr. Doch zu diesem Zeitpunkt war es mit dem Warten vor der Tür noch längst nicht vorbei – dazu aber in einem der nächsten Beitrage mehr.

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Was hast du für Tipps und Tricks zur Ablenkung und Überbrückung der Wartezeit? Wie hast du dich als Frau gefühlt? Ganz allein und ohne Partner? Oder als Mann, der vor der Tür oder im Auto sitzt? Schreib mir gern und lass uns alle teilhaben.

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Aike Sebastian Ruhr Redakteur / Redaktion Norden
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