Gesundheit

Bestandsgarantie für kleinere Kliniken

Auch „Allianzen“ sollen möglich sein. Ein Programm lockt künftig Landärzte.

Hannover Frohe Botschaft für Niedersachsens finanziell gebeutelte Krankenhäuser – gerade im ländlichen Raum: Die Landesregierung will „Sicherstellungszuschläge für kleine, aber unverzichtbare Kliniken“ einführen. „Ab 2017 wird es möglich sein, kleinen Kliniken eine höhere Vergütung für ihre Leistungen zu zahlen, wenn sie eine besondere Versorgungsfunktion in der Fläche wahrnehmen – wenn ohne diese Kliniken eine Lücke im Netz der wohnortnahen Versorgung entstehen würde“, betont Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD).

Darüber habe es in der letzten Bund-Länder-Arbeitsgruppe eine klare Verständigung gegeben, berichtet Rundt. Welche Kriterien Kliniken erfüllen müssen, um „unverzichtbar“ zu sein, wird diese Arbeitsgruppe noch definieren. Die Sozialministerin will in den kommenden Wochen zusätzlich noch „Regionalgespräche“ in den Gebieten führen, in denen es strukturelle Probleme gibt. Das Ziel sei, „mit allen Beteiligten über die Schaffung einer zukunftsfesten Krankenhauslandschaft“ zu reden.

Über das am Dienstag beschlossene „Krankenhaus-Investitionsprogramm“ würden gleichzeitig Gelder gezielt in Krankenhausprojekte fließen, so Rundt, „die zukunftsfest sind“. „So entstehen – insbesondere für den ländlichen Raum – Klinik-Allianzen, die den medizinischen und wirtschaftlichen Anforderungen gewachsen sind“, erläutert die Gesundheitsministerin.

Zur Gesundheitsstrategie der rot-grünen Landesregierung gehört auch die Förderung von Ärzten, die sich im ländlichen Raum ansiedeln wollen. Eine Million Euro stehen für diese Maßnahme zur Verfügung, die Rundt als „Steuerungsinstrument zur Stärkung der medizinischen Versorgung“ sieht. Den Betrag teilen sich die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen, die gesetzlichen Krankenkassen und das Land.

Etwas weniger gibt’s aus dem Topf „Gesundheitsregionen“. 600 000 Euro fließen für Modellprojekte auf dem Land, um neue Formen der Versorgung von Patienten zu fördern, beispielsweise die strikte Trennung von ambulanter und stationärer Versorgung aufzuheben.

Künftig sollen „Kliniken, Ärzte, Pflegedienste und Apotheken sektorenübergreifend zusammenarbeiten“, lautet Rundts Vision.

Mehr aus diesem Ressort

Politik

Panorama

Sport

Wirtschaft

Kultur

Digitale Welt

Motor

Reisen

Aktuelle Fotostrecken