Nach Dem Twesten–wechsel

Niedersachsens Grüne teilen aus gegen CDU und FDP

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Niedersachsens Umweltminister und Spitzenkandidat Stefan Wenzel spricht auf der Landesdelegiertenkonferenz der niedersächsischen Grünen in Göttingen. Bild: dpa

Bei ihrem dreitägigen Landesparteitag bestimmen die niedersächsischen Grünen ihr Personal für die Landtagswahl. Nach dem Wechsel der Abgeordneten Twesten zur CDU hat sich der Ton gegenüber Union und FDP deutlich verschärft.

Göttingen Nach dem anfänglichen Schock über den Wechsel ihrer Landtagsabgeordneten Elke Twesten zur CDU hoffen Niedersachsens Grüne auf einen Motivationsschub für ihre Partei. Bei ihrem Landesparteitag in Göttingen gaben sie sich am Samstag kämpferisch und attackierten die CDU. Twestens Übertritt hatte das rot-grüne Regierungsbündnis von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) um seine Ein-Stimmen-Mehrheit gebracht. Nun soll am 15. Oktober neu gewählt werden.

„Unsere kollektive Stimmung kann man mit einem Wort zusammenfassen: Empörung. Aber die Empörung ist in Tatendrang umgeschlagen“, sagte die Landtagsabgeordnete Miriam Staudte unter Applaus. Auch ihr Fraktionskollege Helge Limburg sprach den Delegierten vor dem anstehenden Wahlkampf Mut zu: „Vor uns liegen wunderbare Tage. Lasst sie uns gemeinsam gestalten.“

Nach dem Wendemanöver von Twesten wurde der Ton gegenüber CDU und FDP deutlich schärfer. Viele Grüne gehen davon aus, dass die abtrünnige Abgeordnete mit einem Lockangebot zur CDU geholt wurde. Twesten selbst und der CDU-Landesvorsitzende Bernd Althusmann haben dies wiederholt zurückgewiesen.

„Wir wollen dafür streiten, dass das schwarz-gelbe Gruselkabinett nicht wieder aufersteht“, sagte die Landtagsabgeordnete Julie Willie-Hamburg am Samstag. Bereits am Freitag hatte Agrarminister Christian Meyer gesagt, man lasse sich das Land von „schwarz-gelben Hetzern“ nicht wegnehmen.

Am Samstag setzten die Grünen die Nominierung ihres Personals für die Landtagswahl fort. Die Abgeordnete Miriam Staudte (41) aus Lüneburg setzte sich auf Platz sieben gegen ihre Fraktionskollegin Regina Asenburg (57) aus Hannover durch. Auf Platz acht wurde der parlamentarische Geschäftsführer Helge Limburg (44) aus Nienburg gewählt. Die Newcomerin Eva Viehoff (59) aus Cuxhaven belegte Platz neun.

Bereits am Freitag wählten die rund 180 Delegierten die derzeitige Fraktionsvorsitzende Anja Piel (51) aus dem Kreis Hameln-Pyrmont zur Spitzenkandidatin. Der erste Platz ist bei der Partei immer Frauen vorbehalten. Auf Platz zwei wurde Stefan Wenzel(55) aus Göttingen gesetzt, der derzeit Umweltminister im Kabinett von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) ist.

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