Bluttaten In Hannover

25-Jähriger soll zwei Menschen erstochen haben

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Eine 27 Jahre alte Frau ist in der Nacht zu Sonntag in Hannover erstochen worden. Nun hat die Polizei einen Tatverdächtigen ermittelt. Bild: Peter Steffen/dpa

Die Fälle sorgten bundesweit für Aufsehen: binnen vier Tagen wurden zwei junge Menschen in Hannover umgebracht. Jetzt hat die Polizei einen Verdächtigen ermittelt.

Hannover Innerhalb von nur vier Tagen soll ein 25-Jähriger in Hannover zwei Menschen getötet haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mann sowohl für den Tod eines 23-jährigen Freundes am Dienstag als auch für den einer 27-jährigen Frau in der Nacht zu Sonntag verantwortlich ist. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Ob es weitere Zusammenhänge zwischen beiden Taten gibt, sei ebenso unklar wie die Motive des Mannes.

„Wir sind aber sehr froh, dass die Ermittlungen schnell zum Erfolg geführt haben, weil es eine starke Verunsicherung in der Bevölkerung gab“, sagte Polizeipräsident Volker Kluwe. Vor allem die Auswertung von Videoaufnahmen im Bereich der Tatorte und aus der Stadtbahn führten die Ermittler auf die Spur des 25-Jährigen, dem zunächst die Tat am Dienstag nachgewiesen wurde und der daraufhin in Untersuchungshaft genommen wurde. Am Donnerstag durchsuchten die Ermittler erneut die Wohnung des Mannes und stellten Kleidung sicher. Ob sich daran Blutspuren von der 27-Jährigen befinden, soll eine Untersuchung klären.

„Aufgrund der starken Ähnlichkeit der Tatverdächtigen und der getragenen Kleidung gehen wir davon aus, dass es sich um dieselbe Person handelt“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. Die Staatsanwaltschaft hat einen weiteren Haftbefehl beantragt, über den am Montag entschieden werden soll.

Der Mann habe eingeräumt, am Dienstag auf den 23-Jährigen eingestochen zu haben. Warum der Streit in einem Park so eskalierte, dass der Tatverdächtige seinen Freund mit einem Messer tödlich verletzte, ist nicht klar. „Er hat ausgesagt, dass er sich seit Monaten verfolgt und beobachtet fühle“, berichtete sein Verteidiger Jörg Salzwedel. Das sei der Grund, warum er ständig ein Messer bei sich trug. Ob bei dem 25-Jährigen, der in der Nähe des Tatorts in einem Studentenheim wohnte, eine psychische Störung vorliegt, soll ein Gutachter klären.

Im Zusammenhang mit dem Tod der 27-Jährigen sucht die Polizei weiter nach einem Zeugen, der gleichzeitig mit dem Verdächtigen und dem späteren Opfer aus einer Stadtbahn in der Südstadt ausgestiegen ist. „Auf einem Video ist eine dritte Person zu erkennen, die den Bahnhof gegen 22.33 Uhr in dieselbe Richtung verlassen hat“, sagte Oberstaatsanwalt Klinge. Ein Anwohner hatte kurz danach einen Schrei gehört und fand die lebengefährlich verletzte Frau auf dem Bürgersteig. Sie wurde in eine Klinik gebracht, wo sie noch in der Nacht starb.

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