Debütalbum Von Kevin Altenberger

Oldenburger kreiert sanfte Soundskulpturen zum Wohlfühlen

Stephan Onnen
Redaktion Oldenburg

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Lässt mit einer ungewöhnlichen Idee aufhorchen: Seinen Liedern hat Kevin Altenberger bewusst keine Namen gegeben. Hinter den Tracknummern können die Hörer selbstgewählte Titel eintragen. Bild: Stephan Onnen

Der Soundbastler kombiniert in seinen Instrumentalsongs anschmiegsame Beats mit schönen Melodien. Der 25-Jährige lädt seine Hörer zum Entspannen ein.

Oldenburg Ständig unter Strom, in Hektik, am Smartphone: Alle sind immer irgendwie in Action, immer mehr Menschen fühlen sich gestresst. Kevin Altenberger setzt einen musikalischen Gegenpol. Der 25-jährige Soundtüftler, vor kurzem aus Berlin nach Oldenburg gezogen, bastelt sanfte, hypnotische Soundskulpturen, die ideal sind zum „Die-Augen-schließen“ und Entspannen auf dem Sofa. „Wenn Leute mir sagen, dass sie meine Musik nutzen, um mal runterzukommen, dann ist das das größte Kompliment für mich“, sagt Kevin Altenberger. Unter dem Kürzel „K & A“ hat der Neu-Oldenburger gerade in Eigenregie sein Debütalbum veröffentlicht.

Etwas Eigenes vorstellen

In den zehn InstrumentalTracks webt er aus surrenden Synthie-Melodien, wabernden Basslinien und anschmiegsamen Beats einen Klangteppich, der sich in einem Stück durchhören lässt. „Ich wollte etwas schaffen, was schön ist“, sagt der 25-Jährige. Begonnen hatte er seine musikalischen Elektrofrickeleien im Jahr 2015 in Berlin während seiner Ausbildung zum Kaufmann für audivisuelle Medien als Schulprojekt an der Berufsschule. „Das war die Initialzündung“, sagt Kevin Altenberger. Seine Soundbasteleien setzte er am heimischen Rechner fort. Von einer Klangästhetik wie sie die US-Produzenten Flying Lotus und Madlib geprägt haben, hat er sich inspirieren lassen.

Auf Texte und Gesang verzichtete er bewusst: „Ich möchte niemanden beim Hören in eine vorgegebene Richtung lenken.“ Konsequenterweise hat er die zehn Titel auch namenlos gelassen. „Im Grunde ist es doch bei Musik immer so, dass sich jeder etwas Eigenes dazu vorstellt. Ich wollte das auf die Spitze treiben“, sagt er. Auf dem Booklet seiner CD befinden sich hinter den Tracknummern nur Leerzeichen, der Hörer kann dort selbstgewählte, eigene Namen eintragen. „So kann jeder Teil des Albums werden und das zum Ausdruck bringen, was er mit der Musik verbindet“, erklärt Kevin Altenberger.

Anfänge im Kinderzimmer

Sein erstes eigenes Musikstudio hatte sich der in Dangast aufgewachsene Klangtüftler mit 14 Jahren von seinem Konfirmationsgeld finanziert und in seinem Kinderzimmer eingerichtet, um „Sounds zusammenzukleben“. In seine erste CD, die er selber finanziert hat, wollte er „alles hineinbringen, was mir wichtig war – Beats und schöne Melodien“. Stringenz-Fan Altenberger hat das Werk „Alles“ betitelt. Das Cover, zwei ineinandergreifende Hände, hat seine in Oldenburg lebende Verlobte gestaltet.

Vor wenigen Tagen hat er den Track „Unbenannt, Part 1“ als Single veröffentlicht. Dazu gibt es ein Video, das der 25-Jährige aus Super-8-Urlaubsfilmen aus dem Fundus seiner Großeltern zusammengeschnitten hat. Die 60er-Jahre-Aufnahmen passen „gut zur Stimmung des Songs“, findet Kevin Altenberger.

Seine Musik durch Gesang zu ergänzen, hatte er bei der Albumproduktion noch gänzlich ausgeschlossen – jetzt, da das Werk fertig ist, hält er es nicht mehr für „unvorstellbar“. Anfang März hat ein befreundeter Produzent einen seiner Songs als Remix in ein frisches Tanzgewand gekleidet. „Ich bin offen für Kooperationen“, sagt Kevin Altenberger. Auch wenn es Stress und Hektik bedeuten könnte.

Das Album „Alles“ ist digital erhältlich bei Amazon, iTunes und Spotify oder als CD über den Online-Musikdienst Bandcamp unter


  https://kxundxa.bandcamp.com/album/alles 

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