Literatur

Autoren klären lokale Verbrechen auf

Patrick Buck
NWZ-Redaktion

Tel.: 0441 9988 2003
Fax: 0441 9988 2009

Alle Artikel des Autors

  • Bild
    Lässt im Elbe-Weser-Dreieck ermitteln: Autor Reinhold Friedl im KulturzentrumBild: Patrick Buck

Regionale Krimis sind sehr beliebt. Drei Autoren solcher Krimis lasen am Sonnabend aus ihren Werken.

Oldenburg Dichter Nebel legt sich über die Straßen. Rund um das Kulturzentrum Ofenerdiek klappen die Menschen die Kragen hoch und ziehen die Mützen tief ins Gesicht, als sie fröstelnd durch die mondlose Nacht stapfen. Eine passende Atmosphäre für brutale Verbrechen, die für Freitagabend angekündigt sind – glücklicherweise nur fiktiv. Drei Krimiautoren lesen vor rund 160 Zuhörern aus ihren Werken vor.

Gemeinsam ist ihren Geschichten, dass die Handlung zwar erfunden, der Ort aber ganz real und den Besuchern bestens vertraut ist. In und um Oldenburg passieren die Verbrechen, hier suchen die Ermittler nach den Tätern. „Geschichten vor der eigenen Haustür haben einen Wiedererkennungseffekt“, erklärt Moderatorin Stephanie Baak die Faszination dieser so genannten Regio-Krimis. Die Schauspielerin gibt, mit Musiker Gerd Bastigkeit am Klavier, dem Abend das Grundgerüst zwischen den einzelnen Lesungen mit ihren ganz unterschiedlichen Fällen.

Reinhold Friedl zum Beispiel lässt im Elbe-Weser-Dreieck Verbrechen geschehen, die Teil internationaler Verwicklungen sind. Es sind genau die richtigen Fälle für seine Hauptfigur, den Lokalreporter Amandus Abendroth, der immer noch von der ganz großen Geschichte träumt.

Das Buch „Die große Hochzeit“ führt Abendroth ins „Dreieck“ im Ziegelhofviertel, wo er nicht nur eine schlagfertige Thekenkraft erlebt. Eine Bombe zerfetzt sein Auto und mit ihm einen Freund, der sich das Gefährt leihen wollte. Schwere Verbrechen aber auch humorvolle Spitzen wechseln sich ab.

Ernster kommt Manfred Brüning daher, der aus seinem Krimi „Gnadenlose Engel“ vorliest. Drei Freunde mit einem dunklen Plan, ein Überfahrener auf einem Rastplatz an der A 28 und Daria, die zur Prostitution gezwungen wird, dazu eine geheimnisvolle Organisation von „Schwarzen Engeln“, bei der Daria Unterschlupf findet. Es ist ein schwieriger Fall für Kommissar Konnert. Und Autor Brüning versteht es, Neugier nach dem Fortgang der Geschichte zu erzeugen. „Das lesen Sie besser selbst“, rät er stets mit verschmitztem Lächeln, sobald es besonders spannend wird.

Gleich ein Trio an Ermittlern schickt Axel Berger ins Rennen. Die Polizisten Vollmers, Frerichs und Melchert müssen in „Der Grabräuber“ auf Friedhöfen ermitteln. Auf dem Gertrudenkirchhof wird auf den Überresten des berühmten Dr. Schüßler eine Leiche gefunden. Schändungen an Gräbern und mysteriöse Zeichen geben den Ermittlern Rätsel auf.

Auch hier wird der Mörder an diesem Abend nicht gefasst. Dafür müssen die Zuhörer schnell nach Hause eilen und die Krimis selbst zu Ende lesen. Immer mit dem leicht sorgenvollen Blick durch den dicken Nebel und der Hoffnung, dass die Verbrechen vor der eigenen Haustür Fiktion bleiben mögen.

Mehr aus diesem Ressort

Politik

Panorama

Sport

Wirtschaft

Kultur

Digitale Welt

Motor

Reisen

Aktuelle Fotostrecken