Inklusion

In diesem Film spielen alle die Hauptrolle

Stephan Onnen
Redaktion Oldenburg

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Die Auftaktveranstaltung fand in der Helene-Lange-Schule statt. Es geht um Mut und Anderssein.

Oldenburg Kinder und Jugendliche können manchmal ziemlich gemein zueinander sein. Mobbing und Diskriminierung von Mitschülern, die anders oder fremd erscheinen, ist auf Schulhöfen keine Seltenheit. Dabei ist es egal, ob es sich um den Schüler mit Gehbehinderung, die Schülerin, die als Flüchtling nach Oldenburg gekommen ist, oder um den Zehntklässler mit einer persönlichen Eigenart handelt. Hier setzt der Schüler-Kurzfilmwettbewerb „Ganz schön anders“ an. „Wir wollen Berührungsängste und Vorurteile gegenüber Menschen abbauen, die auf den ersten Blick anders zu sein scheinen“, sagt Mitveranstalter Markus Götte. Das Königsworth Medienbüro in Hannover richtet den niedersachsenweiten Wettbewerb zusammen mit dem Verein „Blickwechsel“ aus.

Die Auftaktveranstaltung für Oldenburg fand am Mittwoch in der IGS Helene-Lange-Schule (HLS) statt. „Einen besseren Ort hätte es dafür nicht geben können“, fand Susanne Jungkunz, Leiterin der Fachstelle Inklusion in Oldenburg.

Bewerbungen

Bewerbungen um einen Filmworkshop können per E-Mail an info@ganz-schoen-anders.org oder unter dem Stichwort „Kurzfilmwettbewerb“ an das Königsworth Medienbüro (Königsworther Straße 23a, 30167 Hannover) geschickt werden. Bewerbungsschluss ist der 4. Oktober.

Einsendeschluss für die fertigen Kurzfilme ist der 15. Februar 2016. Wichtig: Kein Film darf länger als fünf Minuten sein. Eine Jury prämiert die besten Kurzfilme 2016 bei einer Gala in Hannover. Hauptgewinn ist eine Reise nach Berlin.

Schulleiter Diedrich Smidt hat die Gastgeberrolle gerne angenommen: „Das Thema Inklusion haben wir uns seit langem auf die Fahnen geschrieben.“ Schon im Jahr 2001 wurde die erste Integrationsklasse, in der auch Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichtet werden, eingerichtet. In dem Filmwettbewerb könnten positive Beispiele aus der praktischen Arbeit in der Schule gezeigt werden, so Smidt. „Unsere Zirkus-AG ist ein sehr gutes Beispiel, wie Kinder mit und ohne Beeinträchtigung gemeinsam Spaß haben und auf der Bühne auftreten können.“ Darüber hinaus gibt es sogar eine AG „Inklusion“. „Wir möchten, dass Inklusion ein Begriff ist, über den unsere Mitschüler Bescheid wissen“, erklären die AG-Mitglieder Liz Ewen (14) und Jule Fentker (16).

Bei der diesjährigen Auflage des Wettbewerbs soll sich alles um das Thema Mut drehen und darum, wie Kinder stark sein können. Auch durch den Wettbewerbsuntertitel „Ganz schön mutig“ sah Susanne Jungkunz die Veranstalter an der HLS gut aufgehoben. Schließlich ist die IGS seit Ende 2014 als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ anerkannt.

In den vergangenen beiden Jahren haben Oldenburger Schulen erfolgreich am Kurzfilmwettbewerb teilgenommen. Unter mehr als 100 Einsendungen kam das Neue Gymnasium 2014 unter die Top Ten, 2015 wurde die Schule an der Kleiststraße Dritter.

Zum Auftakt des Wettbewerbs werden auch diesmal kostenlose Drehbuch- und Filmworkshops angeboten: „Die Eintrittskarte sind gute Filmideen“, erklärt Markus Götte. Der Workshop für Oldenburg soll am 12. November im Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte stattfinden. Teilnehmen können alle Schülerinnen und Schüler der 8. bis 10. Klassen aus Förder-und Regelschulen.

Beim Lokalsender Oeins können die Jugendlichen das Filmequipment ausleihen. Später zeigt der Sender die zehn besten Kurzfilme in seinem Programm, kündigt Programmleiterin Dörthe Bührmann an.

Liz Ewen und Jule Fentker sind mutig: Sie wollen sich an einen Film wagen. „Gerne würde ich etwas über Flüchtlinge machen“, sagt Liz.

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