Denkmal

Handlungsbedarf im Klosterbezirk ist groß

Klaus Derke
Redaktion Hude

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Begehung des Klosterbezirks mit Huder Ratsmitgliedern: Wolfgang Schaller (vorne) und Greta von Witzleben (rechts dahinter) erläuterten die Problempunkte auf dem gesamten Areal. Bild: Klaus Derke

Die Ruine bröckelt: Soll man sie solide einzäunen und nur noch geführte Begehungen zulassen?

Hude Wer mit offenen Augen durch den Huder Klosterbezirk geht, wird feststellen, dass es nicht nur an der Ruine bröckelt, sondern auch an vielen anderen Stellen der „guten Stube“ des Klosterortes Sanierungsbedarf besteht.

Das macht eine umfangreiche Bestandsaufnahme deutlich, die die Freunde des Klosters Hude ehrenamtlich in Angriff genommen haben. Klaus Rademacher präsentierte am Dienstagabend bei einer Infoveranstaltung für Huder Ratspolitiker eine wahre Fleißarbeit auf 120 Seiten. Sie ist noch nicht ganz abgeschlossen, aber dürfte eine gute Handlungs-Richtschnur sein für alle Beteiligten – mit Hinweisen, was kurz- mittel- oder langfristig erforderlich ist.

Der Rat ist gefragt

Ganz besonders ist da eben auch der Huder Rat gefragt. „Wir brauchen Sie dringend“, betonte Klaus Rademacher.

Zuvor hatten Wolfgang Schaller von den Klosterfreunden und Gutsverwalterin Greta von Witzleben bei einem Rundgang auf Problempunkte hingewiesen. Das reicht von der bröckelnden Fischtreppe in der Berne an der Klostermühle über vermoderte Zaunpfosten, die nur provisorisch gesichert sind, und ausgewaschene Wege, die sich zu Stolperfallen entwickelt haben. Bis hin zu dem dringenden Sanierungsbedarf innerhalb der Ruine selbst.

Vom 3. bis 6. März 2017 seien Experten vom Monumentendienst vor Ort, berichtet Roland Arndt von der Gemeinde. Dabei geht es vor allem auch um die Verkehrssicherung, wenn zum Beispiel lose Decksteine herunterfallen sollten. Wasser dringt in das Mauerwerk ein. Das führt zu Abplatzungen bei Frost.

Probleme gibt es zunehmend mit „Gästen“, die in der Nacht auf der Ruine herumklettern, dort picknicken oder andere Dinge anstellen: Geocacher, Schatzsucher, die Gothic-Szene zum Beispiel. Selbst schmuddelige Filme sollen innerhalb des ehrwürdigen Gemäuers schon gedreht worden sein, hieß es beim Rundgang.

Einen höheren, soliden Zaun ziehen und eine Begehung der Ruine selbst nur noch für geführten Besuchergruppen, das wäre eine Möglichkeit, um das Problem mit der Verkehrssicherungspflicht zu lösen, hieß es weiter.

Eine Menge zu tun

Im Haushalt der Gemeinde gebe es bislang keinen Ansatz für die Pflege dieses Kulturdenkmals, sagte Klaus Rademacher. Es müsse auch nicht alles auf einmal erledigt werden. Es gebe eine Vielzahl von kleinen Dingen, die in der Vergangenheit vernachlässigt worden seien.

Es gibt auf jeden Fall eine Menge zu tun. Die Klosterfreunde hoffen auf breite Unterstützung. Allein können sie es nicht schaffen. Der 120 Mitglieder starke Verein sucht dringend Verstärkung. Wichtig sei eine Verjüngung, so Rademacher. Auch bei der Unterhaltung des Museums, das die Ehrenamtlichen betreiben, ist dringend Entlastung erforderlich. Derzeit seien im Schnitt pro Monat mehr als 400 Euro für Strom und Heizung aufzubringen. Das Klostermuseum habe im Jahr rund 3500 Besucher. Die Zahl der Besucher insgesamt, die pro Jahr zum Klosterbezirk kommen, wird von den Klosterfreunden auf mehr als 10 000 geschätzt.

Die Bestandsanalyse wird am Dienstag, 25. Oktober, auf der Mitgliederversammlung der Freunde des Klosters Hude öffentlich vorgestellt. Beginn ist um 19.30 Uhr in der Klosterschänke. Alle Interessierten sind eingeladen.

Verein tagt

Auch die Vorstandsspitze soll an diesem Abend neu besetzt werden, bedingt durch den Tod der bisherigen 2. Vorsitzenden Elge Gerdes-Röben und die ohnehin schon bestehende Vakanz auf dem Posten des 1. Vorsitzenden. Klaus Rademacher und Wolfgang Schaller wollen kandidieren.

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