Film „die Jones – Spione Von Nebenan“

Langweiliger Familienvater gerät in aufregende Mission

  • Bild
    Wohnzimmer-Plauderei: Gal Gadot als Natalie Jones (von links nach rechts), Jon Hamm als Tim Jones, Isla Fisher als Karen Gaffney und Zach Galifianakis als Jeff Gaffney sitzen in einer Szenevon „Die Jones – Spione von nebenan“.Bild: 20th Century Fox/dpa

Mit „Superbad“ und „Adventureland“ führte Greg Mottola einst Regie bei zwei tollen Coming-of-Age-Filmen. Nun sitzt er wieder auf dem Regiestuhl – für eine Komödie zum Fremdschämen.

Berlin Mit absurden und unbequemen Situationen kennt sich US-Schauspieler Zach Galifianakis aus. Als Alan sorgte er vor einigen Jahren in den „Hangover“-Filmen selbst für reichlich davon. Auch das Setting in der neuen Agentenkomödie „Die Jones - Spione von nebenan“ bietet reichlich Potenzial für Slapstick und Fremdschämen. Galifianakis spielt darin den einfühlsamen, etwas langweiligen Familienvater Jeff Gaffney. Als die neuen Nachbarn einziehen, stecken er und seine Frau Karen (Isla Fisher) auf einmal mitten drin in einer aufregenden Agenten-Mission.

Die Gaffneys wohnen in einer ruhigen Sackgasse in einem amerikanischen Vorort. Trotz aller Spießigkeit und Langeweile fühlen sie sich im Alltag mit ihren beiden Söhnen wohl. Jeff kümmert sich mit Hilfe von Stressbällen in der Personalabteilung eines Luftfahrtunternehmens um vermeintliche Kollegen-Konflikte. Ehefrau Karen entwirft als Innenarchitektin Urinale für die nachbarlichen Badezimmer. Ihre Routine wird durchbrochen, als die neuen und unverschämt attraktiven Nachbarn Tim und Natalie Jones (Gal Gadot und Jon Hamm) in die Nachbarschaft ziehen.

Die Jones führen ein in jeder Hinsicht perfektes und aufregendes Leben und haben ihre Leidenschaft füreinander noch nicht verloren. Während Jeff versucht, sich mit Tim anzufreunden, erweckt die makellose Fassade der neuen Nachbarn Misstrauen bei Karen - nicht zu Unrecht.

Der Twist der Geschichte ist bereits im deutschen Titel verraten: Die Jones sind Spione, die im Auftrag der US-Regierung einen Maulwurf in Jeffs Firma finden sollen. Spießer-Ehepaar trifft Top-Agenten: Diese Ausgangskonstellation macht Hoffnung auf zahlreiche Gags und an Versuchen mangelt es nicht. Doch leider zünden nur wenige. Handlung, Dialoge und Slapstickeinlagen bleiben vorhersehbar, die Actionszenen inklusive Shootout weitgehend spannungsfrei.

Gal Gadot und Jon Hamm haben als Tim und Natalie Jones optisch zwar einiges zu bieten. Dass aber ausgerechnet sie zu den Top-Agenten der US-amerikanischen Regierung gehören sollen, verwundert dann doch. Bereits beim ersten Auftritt auf einer Gartenparty der Gaffneys lässt sich Hamms Charakter Tim beim Spionieren in Jeffs Arbeitszimmer erwischen. Und das Abhör-Mikrofon im Begrüßungsgeschenk für die Nachbarn finden selbst die gutgläubigen Gaffneys bereits nach wenigen Filmminuten.

Allein Isla Fisher und Zach Galifianakis überzeugen als eingespieltes, etwas naives Ehepaar, das selbst im Kugelhagel noch Zeit hat, den Kindern am Telefon Anweisungen zu geben. Spaß macht vor allem die Begegnung zwischen dem empathischen Jeff und Superbösewicht „Scorpion“, der mit seinen Schandtaten offensichtlich einst am Arbeitsplatz erfahrene Demütigungen kompensiert.

Regie führte Greg Mottola, der auch bei den großartigen Coming-of-Age-Komödien „Superbad“ und „Adventureland“ auf dem Regiestuhl saß - dort aber für erheblich mehr Lacher sorgen konnte. Mit „Die Jones - Spione von nebenan“ hat er eine kurzweilige, handwerklich solide Action-Komödie inszeniert, bei der vor allem die hochkarätigen Darsteller einiges rausholen.

Mehr aus diesem Ressort

Politik

Panorama

Sport

Wirtschaft

Digitale Welt

Motor

Reisen

Aktuelle Fotostrecken